Ü...;
816
ling oder Dienstboten das volle, zur Erwerbung des Heimaths-
rechtes führende, dritte Jahr nicht bei sich einzunehmen, sel-
biges möge ausdrücklich oder stillschweigend seyn, wird freilich
die §§. 4 und 2 der Verordnung vom L2ästen Dec. 1808 elu-
diren, und dürfte dennoch wohl kaum die Grenze der, dem
Individuo erlaubten Wahrnehmung des gemeinschaftlichen In-
teresse überschreiten. Auf jeden Fall wird man directe durch
Verbote und Strafen eben so wenig dagegen etwas ausrichs-
ten, als indirecte durch Erweiterung der Armeudistricte durch
Verlängerung des Termins u. s. w.
Wenn die gedachte Bestimmutg der Verordn. von 1808
nicht weiter garantirt werden kann, so ist die Anordnung des
j. 6: daß ein ununterbrochener dreijähriger Aufenthalt im
Districte Heimathsrechte. verleihe, allerdings auch als Veran-
lassung des indirecten Vertreibens anzusehen. Die mehrjährige
Erfahrung fordert Abänderung, und soll auch bei der höchsten
Behörde eine dahin gerichtete Prüfung veranlaßt haben. Wenn
man sich aber so ziemlich einig ist, daß, die Nothwendigkeit
der sogenannten gezwungenen Armenversorgung einmal voraus-
gesetzt, der Geburtsort, wenigstens in subsidium, als Hei:
math beibehalten werden müsse, so sind doch Gründe genug
vorhanden, die Erwerbung der Heimath am drirten Orte nicht
auszuschließen. Die Verordnung von 4808 macht diesen Er-
werb lediglich von dreijährigem Aufenthalte abhängig. Die
vorhergehende Legislation, so wie selbige in der Verordn. vom
Zten Juli 4776 dargestellt ist, statuirte als Erwerbgründe
theils den Aufenthalt von sechs Jahren, theils die zeitige oder
frühere Ansässigkeit mit einer eigenthümlichen, gefesteten oder
in Erbpacht genommenen Wohnstelle. Der wesentliche Unter-
schied beider Legislationen beruhte aber nicht in der verschie-
denen Zeitbestimmung. Indem nämlich vormals der District
gegen den Ablauf des Gten Jahres von dem fremden, nicht
angesessenen Individuo Sicherstelung wegen Verarmung for-
dern und in Entstehung deren ihn zum Wegziehen anfzten
konnte, so hatte derselbe mit dem abgelaufenen sechsten ahre,
den fremden, durch unterlassene Anwendung jener Befugniß,
vertragsmäßig als Mitglied der Gesellschaft aufgenommen und
dem Kinde der Stadt, des Dorfs oder Districts freiwillig
gleichgestell. Dahingegen soll nach der Verordnung von 1808
einseitig von dem einziehenden Fremden abhängen, ob er durch
seinen Aufenthalt Mitgenossse des Districts werden will.
Der kürzere oder längere Aufenthalt an sich kann, wenn
man von der positiven Anordnung abstrahict, niemals einen,

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.