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E R.B
eine Bestimmung hierüber in der höchsten Allgemeinheit stehen
bleiben, und etwa nur das Verhältniß der Abhandlungen, der
schriftlichen und mündlichen Fragen und bei diesen das Ver-
hältniß der Haupt- und Nebenwissenschaften normiren,
Nicht gerade auf die Prüfung selbst, wohl aber auf die
wichtigste ihrer Wirkungen bezieht sich der Wunsch, daß es
eine gesetzliche Bestimmung über die Aemter geben möchte, zu
welchen nur examinirte Juristen befördert werden können,
etwa auf eine ähnliche Weise als in der für Dännemart er:
gangénen Verordnung vom 26sten Januar 1821 geschehen ist.
Nach den Gesetzen ist die Rechtskunde nicht Bedingung, um
zu einem Justizamte zu gelangen. In der Praxis freilich
wird es zum Theil anders gehalten, und die Verordnung vom
Iten Aug. 4811 setzt eigentlich voraus, daß alle Richter auch
Rechtsgelehrte sind, indem sie §. 3 vorschreibt, daß, wenn
ein Richter suspendirt wird, die Verwaltung des Amts einem
andern Rechtsgelehrten zu übertragen sey. Bei den
Amtmännern trifft dies jedoch nicht immer zu, obgleich es nach
ihren jetzigen Verhältnissen kaum zu bezweifeln steht, daß für
einen Amtmann in der jetzigen Zeit gründliche Kenntniß der
bei uns geltenden Rechte keinesweges für überflüssig zu halten
ist. Auffallend muß es auch erscheinen, daß nach den bestehen-
den Gesselzen die interimistische Verwaltung eines Amtes meh-
rere Qualitäten erfordert, als die beständige Amtsführung. Für
alle richterliche Aemter sollten billig nur examinirte Juristen ge-
wählt werden. Dem im Examen erhaltenen Charakter, weder
dem guten noch dem schlechten, möchten wir jedoch einen solchen
Einfluß beilegen, als die angeführte dänische Verordnung. Die
Erfahrung spricht in zu vielen Beispielen dawider, daß die Kennt-
niß und die Geschicklichkeit eines Beamten in spätern Jahren,
dem im Examen erhaltenen Charakter entsprechen. Mit Recht
hat daher die Verordnung vom 18ten Dec. 1795 den billigern
Grundsatz angenommen, daß die Beschasfenheit der Examens-
zeugnisse nur unter sonst gleichen Umständen ein ent-
scheidendes Uebergewicht haben solle.
2) Ueber den Erwerb des Rechts auf Armenverscor:
gung außerhalb des Geburtsorts.
Im LNten Bande des Staatsb. Magazins Num. XIX.
sind die Nachtheile des indirecten Vertreibens der Häuerlinge
bargestelt. Was von diesen, eben dasselbe gilt auch von
Dienstboten. Das Einverständniß der Hauseigner, den Häuer:

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