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mächtigen pflegt, wenn die Entscheidung über Glück und Un:
glück bevorsteht, würde der Examinirte mit aller der Ruhe
und Behaglichkeit, wie sie dem tiefern Studium zu wünschen
ist, sich der Wissenschaft hinzugeben im Stande seyn.
. dHriukmann, Dr.
U §.
M a ch
J
r. a g.
Da mein Herr College einmal das juristische Examen
zur Sprache. gebracht hat, so erlaube auch ich mir in dieser
Beziehung einige Bemerkungen, die vornehmlich den Zweck
haben sollen, auf eine zu bewirkende Gleichförmigkeit der Prü-
fungen aufmerksam zu machen.
_ Da die Zeugnisse der beiden Examinationscollegien den
geprüften Candidaten gleiche Rechte ertheilen, jedes Examen, also
nicht bloß für das eine Herzogthum, sondern für beide abge-
halten wird, so ist die möglichste Gleichförmigkeit ohne Zweifel
etwas sehr Wünschenswerthes. Eine völlige Gleichheit läßt
sich natürlich bei Prüfungen niemals erreichen, da es auf
Größen ankommt, die sich weder wägen noch messsen lassen,
sondern nur eine freie Schätzung gestatten, mithin das Ermes;
sen und den Einfluß individueller Ansichten nicht ausschließen.
Allein in gewissen Dingen ist doch immer eine Gleichförmig-
keit zu erreichen, und namentlich in folgenden drei Punkten.
_ H) In Anssehung des äußern Umfangs der Prüfung,
so daß gleich viele schriftliche Fragen aufgegeben werden, und
die mündlichen Prüfungen gleich viele Tage dauern. Die
Anzahl der Fragen ist aber in Glückstadt bedeutend größer
als in Schleswig, und auch die mündlichen Prüfungen sind
in Glückstadt viel länger. Mun ist zwar das längere Examen
nicht gerade das schwerere, im Gegentheil kann selbst die Länge
dazu beitragen, es leichter zu machen. Aber bei dem Publ:
kum entsteht doch leicht durch die längere Dauer der Prüfung
das Vorurtheil größerer Gründlichkeit und Strenge.
2) In Ansehung der Gegenstände der Prüfung. Ein
gesetzlicher Unterschied besteht darin, daß in Schleswig keine
Kenntniß des deutschen Privatrechts verlangt wird, obgleich
selbs in wissenschaftlicher und praktischer Hinsicht kein Grund
zu dieser Verschiedenheit seyn dürfte. Auch würde auf allen
§ut Bu Wirkung des Examens für eine völlige Gleichheit
entscheiden.
3) In Ansehung der Hauptgrundsäkte, nach welchen die
Leistungen der Candidaten beurtheilt werden. Jedoch müßte

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