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kräge, welche im Voraus in eine gewisse Folge eingereihet wa-
ren, wegen veränderter. Umstände einen andern Platz einneh-
men, vielleicht ganz wegfallen oder mit andern vertauscht wer-
den müssen. Wer weiß nicht, daß manche Vorlesungen zwei
oder drei Male denjenigen zu empfehlen find, welche bei dem
ersten Besuch entweder keinen gehörigen Fleiß angewandt hat-
ten, oder welche mit geistigen Fähigkeiten weniger ausgerüstet
waren.
Sodann kann es Eltern und Vormündern nicht dringend
und ernstlich genug an's Herz gelegt werden, dafür zu sorgen,
daß sofort im Anfange der Studirende ein Examinatorium,
wenn auch nur von einer Stunde wöchentlich, besuche, und
daß er auch späterhin ein solches von Zeit zu Zeit zu Hülfe
nehme, damit, was in den Kollegien gehört ist, näher bespros
chen und verdeutlicht, besonders auch von dem häuslichen Fleiße
Rechenschaft gegeben werde. Fleißige und mit ächt wissenschaft-
lichem Sinn begabte junge Männer besuchen gern dergleichen
Examinatoria, wie denn überhaupt der Gewinn, den man da-
von zu erwarten hat, so vielfach und so allgemein anerkannt
ist, daß es überflüssig seyn würde, in die Sache selbst weiter
einzugehen. Verkehrt ist es aber, allererst in dem letzten Jahre
vor dem Examen sich auf dasselbe vorbereiten zu lassen. Was
man versäumt hat, wird man alsdann schwerlich nachzuholen
im Stande seyn, und die Furcht vor dem. Examen wird den
Studirenden bloß dahin führen, daß er seinem Gedächtnisse
einprägt, was selbiges nur immer zu fassen vermag. Er. wird
seine Wünsche darauf beschränken, daß der Lehrer Satz vor
Satz aus den Lehrbüchern abfrage und dasjenige ergänze, was
dem Gedächtnisse entfallen ise. Dem Studium hingegen die
etwa verfehlte wissenschaftliche Richtung zu geben, wird dann,
wenigstens mit Rücksicht auf die akademische Zeit, nicht mehr
möglich und manchem Lehrer sogar bedenklich seyn, um nicht
den angehenden Kandidaten, dessen Abgang von der Akademie
nun einmal fest steht, seine eigentliche Blöße fühlen zu lassen
und ihn vollends zu entmuthigen. Einzig und allein den
Zweck sollen die kurz vor dem Examen genommenen akademi-
schen Examinatoria haben, die Ueberzeugung zu gewinnen, daß
man das Examen mit Ehren bestehen werde, und in dieser
Beziehung freilich sollten sich Eltern und Vormünder von ir-
gend einem Lehrer Rechenschaft geben lassen, damit sie sich vor
der Kränkung und vor der für das ganze Leben vielleicht nach-
theiligen Wirkung sicher stellen, die ein öffentlich ertheilter
Charakter von minderer Güte mit sich zu führen pflegt. Daß
aber der Lehrer den ang!henden Kandidaten in so weit zu

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