Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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kräge, welche im Voraus in eine gewisse Folge eingereihet wa- 
ren, wegen veränderter. Umstände einen andern Platz einneh- 
men, vielleicht ganz wegfallen oder mit andern vertauscht wer- 
den müssen. Wer weiß nicht, daß manche Vorlesungen zwei 
oder drei Male denjenigen zu empfehlen find, welche bei dem 
ersten Besuch entweder keinen gehörigen Fleiß angewandt hat- 
ten, oder welche mit geistigen Fähigkeiten weniger ausgerüstet 
waren. 
Sodann kann es Eltern und Vormündern nicht dringend 
und ernstlich genug an's Herz gelegt werden, dafür zu sorgen, 
daß sofort im Anfange der Studirende ein Examinatorium, 
wenn auch nur von einer Stunde wöchentlich, besuche, und 
daß er auch späterhin ein solches von Zeit zu Zeit zu Hülfe 
nehme, damit, was in den Kollegien gehört ist, näher bespros 
chen und verdeutlicht, besonders auch von dem häuslichen Fleiße 
Rechenschaft gegeben werde. Fleißige und mit ächt wissenschaft- 
lichem Sinn begabte junge Männer besuchen gern dergleichen 
Examinatoria, wie denn überhaupt der Gewinn, den man da- 
von zu erwarten hat, so vielfach und so allgemein anerkannt 
ist, daß es überflüssig seyn würde, in die Sache selbst weiter 
einzugehen. Verkehrt ist es aber, allererst in dem letzten Jahre 
vor dem Examen sich auf dasselbe vorbereiten zu lassen. Was 
man versäumt hat, wird man alsdann schwerlich nachzuholen 
im Stande seyn, und die Furcht vor dem. Examen wird den 
Studirenden bloß dahin führen, daß er seinem Gedächtnisse 
einprägt, was selbiges nur immer zu fassen vermag. Er. wird 
seine Wünsche darauf beschränken, daß der Lehrer Satz vor 
Satz aus den Lehrbüchern abfrage und dasjenige ergänze, was 
dem Gedächtnisse entfallen ise. Dem Studium hingegen die 
etwa verfehlte wissenschaftliche Richtung zu geben, wird dann, 
wenigstens mit Rücksicht auf die akademische Zeit, nicht mehr 
möglich und manchem Lehrer sogar bedenklich seyn, um nicht 
den angehenden Kandidaten, dessen Abgang von der Akademie 
nun einmal fest steht, seine eigentliche Blöße fühlen zu lassen 
und ihn vollends zu entmuthigen. Einzig und allein den 
Zweck sollen die kurz vor dem Examen genommenen akademi- 
schen Examinatoria haben, die Ueberzeugung zu gewinnen, daß 
man das Examen mit Ehren bestehen werde, und in dieser 
Beziehung freilich sollten sich Eltern und Vormünder von ir- 
gend einem Lehrer Rechenschaft geben lassen, damit sie sich vor 
der Kränkung und vor der für das ganze Leben vielleicht nach- 
theiligen Wirkung sicher stellen, die ein öffentlich ertheilter 
Charakter von minderer Güte mit sich zu führen pflegt. Daß 
aber der Lehrer den ang!henden Kandidaten in so weit zu
	        

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