Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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Universitäten soll erreicht werden, nothwendig und tfitzlich sind. 
Zwar pflegen in den Lektionskatalogen mancher fremder Uni- 
versitäten, insbesondere der größeren, wie z. B. Göttingen, 
mehr Vorlesungen angekündigt zu werden, als in den unsri- 
genz allein wem ist es unbekannt, daß anderwärts eine große 
Zahl von Vorlesungen angekündigt wird, welche zu halten oder 
zu hören gar keine Neigung vorhanden ist? Thatsachen ent- 
scheiden, in dem Streite über den Vorzug dieser oder jener 
Universität, ohne Frage weit triftiger, als das bloße Hin- und 
Herreden, und darum ist es mir erfreulich, eine Thatsache zur 
allgemeinen Kenntniß zu bringen, die laut zur Ehre unserer 
vaterländischen Universität, am lautesten zur Ehre der hiesigen 
Studirenden spricht. Unter allen den Kandidaten, denen nach 
der diesjährigen juristischen Prüfyng bloß der dritte Charak- 
ter zugetheilt worden, befindet sich meines Wissens kein ein- 
ziger, welcher nicht, außer Kiel, auch eine fremde Akademie 
besucht Hatz dagegen zählen wir sechs Kandidaten unter 
denen, die den zweiten Charakter, fast alle mit einer beson- 
deren Auszeichnung, verdient haben, ohne jemals auf einer 
auswärtigen Universität gewesen zu sseynn! Durch diese That- 
sache mögen diejenigen sich warnen lassen, welche geneigt sind, 
die vaterländischen Bildungsanstalten in den Dingen, welche 
recht eigentlich zur Hauptsache gehören, kaum eines Seiten- 
blicks zu würdigen. 
Ferner verdient der Studienplan eine besondere Beache 
tung. Nichts ist zweckwidriger, als wenn juristische Geschäfts- 
männer ihren Angehörigen die zu besuchenden Vorlesungen 
aufgeben, mit Bestimmung der Folge, in welcher die Vorträge 
in einander greifen sollen. Zweckwidrig stellt sich ein solcher 
mitgegebener. Plan aus dem Grunde dar, weil er gewöhnlich 
nach dem, was vor Alters Statt fand, vorgezeichnet wird, 
und weil er. oft auf eigene Ansichten, die mit denen der Leh- 
rer in keinem Einklange sich befinden, gegründet if; Aber 
darum ist es nicht weniger zu tadeln, wenn diese Wahl der 
Kollegien, zumal die Ordnung und Folge, lediglich dem Stu- 
direnden überlassen bleibt. Dann wird er von dem Strom 
fortgerissen werden, da doch seine individuelle Beschaffenheit 
es wohl wünschenswerth gemacht hätte, einen abweichenden 
Weg einzuschlagen. Ungleich empfehlungswürdiger wäre der 
Rath, sich diesem oder jenem akademischen Lehrer anzuschließen, 
um nach Maaßgabe der eigenen Bedürfnisse einen Studienplan 
zu verabreden. Doch muß der Plan, weun man wahren 
Mutzen erwartet, beim Anfang eines jeden Halbjahrs neu ge: 
prüft werden, weil es sich nicht selten ereignet, daß die Vor-
	        

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