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ein, daß sie in der Wahl dieses Mannes einen Fehlgriff ge-
than; auf eine schonende Weise suchte man. nun ihn unschäd-
lich zu machen, und indem man ihm, dem Namen nach, die
Leitung des Unterrichts ließ, berief man einen Lehrer besse-.
rer Art (den noch jetzt beim Seminar stehenden Professor
Gensichen), um das eigentliche Wesen desselben seinen Hän-
den anzuvertrauen.
Wenn man auch dem Curator bei dieser Angelegenheit
die beste Absicht und warmen Eifer für Gottesfurcht und
Rechtgläubigkeit zutrauen durfte, so waren doch die meisten,
selbst seine sonstigen Verehrer, darüber einverstanden, daß er
nach. irrigen Ansichten gehandelt, daß er in einer so wichti-
gen Sache Männer zu Rathe gezogen und deren Meinung
zu sehr beachtet habe, denen kein Urtheil über protestantischen
Religionsunterricht zustehe ~ besseren Rath, so urtheilte man,
hätte er von verdienstvollen, aufgeklärten Männern des Va-
terlandes erhalten können. Zudem mißbilligte man dîe Ver-
fahrungsart des Curators, welcher, wie allgemein geglaubt
ward, mit Umgehung der deutschen Kanzelei, als verfassungs-
mäßiger Behörde, die Sache directe mit dem Kronprinzen
verhandelt hatte, wodurch die in derselben ohne vorgängige
Untersuchung erfolgte Entscheidung das Ansehen einer bei
uns glücklicherweise ungewohnten Cabinetsverfügung bekam.
In dieser so allgemein interessanten Sache erschienen
denn auch bald mehrere Schriften, die theils die öffentliche
Meinung aussprachen, theils dieselbe zu leiten suchten. Die
Chronik beschränkt sich darauf, hier nur die Titel derselben
zu nennen und, ohne sich auf deren Beurtheilung einzulas-
sen, sie dem Leser, der sie ausführlich zu kennen wünscht,
nachzuweisen:
a. "Sendschreiben an Se. Hochgräfliche Excellenz den Herrn

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