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Diese, mit eben so vieler Kenntniß und richtiger Beukthei-
lung der Verhältnisse, als Humanität abgefaßte Berortnung
beseitigte sogleich manche Schwierigkeiten, inde se beide
Partheien über ihre Rechte und Pflichten deutlich beieyrte,
und hat auch in der Folge vielen Nutzen gestiitee..
Bei den jetzt durchaus veränderten Veri ältnissen der
Gutsuntergehörigen und vormaligen Leibengenen zum Guts=
besitzer sowohl als zum Staate, war eine neue Gerichts-
ordnung fur die adelichen und andere mit Gerichtsbarkeit
versehenen Güter eine dek nothwendigsien Forderungen.
Diese erschien unterm 19. Juli und foite mit den 1.° Jan.
1806 in Kraft treten, mithin mußte zu diesem Tage die
Gerichtshalterschäft auf allen G.. tern nach Vorschrift derselben
besetzt seyn. Nächst den Bestimmungen über die Geschäfte
und Bef gnisse des Gerichtshalters setzte die Verordnung
hauptsä.h lich fest: daß der Gerichtshalter zwar von dem Guts-
herrn gewählt, jedoch vom Könige bestätigt werde, auch daß
ein solcher einmal bestätigter Gerichtshalter von dem Gutss
besitzer nicht wieder entlassen werden kaun, und in Anschung
seiner Amtsführung von letzterem völlig unabhängig seyn
solle; daß kein Gerichtshalter in Zukunft Advocaturgeschäfte
treiben darf, daß aber Königliche Beamte Gerichtshalterschaf«
ten übernehmen können.~ Ist ein Gex -chtshalter nicht bereits
Königlicher Briamter, so muß nachgewiesen werden , daß er
ein Diensteinkommen von wenigsten 500 Rthlr. habe; dew
Gehalt des Gerichtshalters bezahlt der Gutsbesitzer nach dars
über getroffener Vereinbarung; die Beförderung zu. den ors
dentlichen Gerichtstagen wird dagegen von den Untergehöri-
gen geleistet, doch darf der Gerichtshalter nicht über vier
Metilen von dem Gerichtsorte wohnen; alle vier Wochen muß
auf jedem Gute ein ordentlicher Gerichtstag gehalten werden.

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