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der Bequartierten, gegen das Ende des Jahres in erweiterte
Cantonnirungen verlegt.
Die nächste wichtige Folge des Abzugs der französischen
Truppen von den Ufern der Elbe und Weser war die Aufs
hebung oder vielmehr einstweilige Einstellung der, fast drittes
halb Jahre hindurch ununterbrochen stattgefundenen Blokade
dieser Flüsse, welche unterm 9. Oct. von dem großbrittani-
schen Minister der auswärtigen Angelegenheiten den fremden
Gesandten in London angezeigt ward. Durch die Aufhebung
wurden die an der Elbe liegenden. holsteinischen Handels-
städte, so wie die Schifffahrt, von einer drückenden Last bes
freit, und diese kam, gleich dem Handel, welcher bisher im
nördlichen Deutschland eine ganz veränderte Richtung hatte
nehmen müssen, wieder in den vorigen Gang. Dagegen
drohte ein empfindlicher Verlust den Städten, welche wäh-
rend der Dauer der Blokade an Verkehr und Lebhaftigkeit
so unermeßlich gewonnen hatten. Tönningen war unter
allen diesen diejenige, wohin sich der größte Theil der Elbs
schifffahrt, wegen der bequemen Lege des Orts, unweit des
Ausflusses der Eider, gewandt hatte, und diese sonst wenig
genannte Stadt gewann am bedeutendsten. Durch die her-
beistrómende Menschenmenge hatte sie ein. ganz verändertes
Ansehen: beklommen; allen Einwohnern boten sich reiche Er:.
werbsquellen dar, die jeder auf seine Weise benutzte. Da
es in. der nicht großen Stadt bald an Wohnungen fehlte,
deren Zahl mit der sich so schnell vermehrenden Menschen-
menge nicht in gleichem Verhältnisse zunehmen konnte, so
benutzten die Einwohner die günstige Conjunctur und ver-
mietheten ihre Häuser und Speicher zu unglaublich hohen
Preisen. Bei dem großen Zuflusse von Fremden, größten-
theils Ausländern, konnten die bisherigen Polizeieinrichtungen

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