Full text: (Zweiter Band)

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Staatensystem seyn würden, waren nach den verschiedenen 
Ansichten und Interessen sehr getheilt und nach demselben 
Verhältnisse mit Furcht öder Hoffnung verbunden. 
Indessen sprach schon im Juli das Gerücht von Span- 
nung zwischen dem französis.hen und österreichischen nebst 
russischen Hofe, doch zweifelte man mit Recht, daß Öster- 
rei, nachdem es in den beiden vorigen Coalitionskriegen 
die Uebermacht Frankreichs so sehr zu seinem Schaden kenz 
nen gelernt hatte, sich durch E glands Gold und Intriguen: 
in eine dritte Coalition gegen das jietßt auf einem so hohen 
Punkte der Macht und Größe stehende Frankreich verwickely 
lassen werde. Dennoch geschah dieses. Als Folge davoti 
brach die französische Armee am Ende des Augusts plötzlich 
aus ihren Lagern an den Küsten des O,eans auf, und stand 
in der Mitte des Septembers am Oberrhein. Die Churs 
fürsten von Bayern, Wurtemberg und Baden alliirten sich 
mit dem französischen Kaiser gegen Österreich, als jede Hoff- 
nung zur Erhaltung des Friedens verschwunden und voraus-. 
zusehen war, daß die Staaten dieser Fürsten der Schauplatz 
des Krieges werden wurden. Ob nun gleich der Kriegs- 
schäuplatz weit genug von den Grenzen unsers Vaterlandes 
entfernt lag, muste man doch vermuthen, daß England, von 
der Furcht vor einer feindlichen Landung befreit, versuchen 
würde, im Norden von Deutschland, besonders in Hannoder, 
wenn, wie zu erwarten war, die dort befindlichen franzöfischen 
Truppen, größtentheils zur Hauptarmee abberufen würden, 
eine Diversion zum Nachtyeile der Franzosen zu machen. 
Um nun, wenn eine solche Diversion in der Nâhe der 
dänischen Staaten statt finden sollte, bei deren nicht vorduss 
zusehenden Folgen. die fo twährend strenge beobachtete Neu- 
fralität mit dem gehörigen Nachdrucke handhaben zu können, 
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