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gangbare Theorie oder eine gemeine Doctrin. Bisweilen
werden auch wohl solche Sätze von der Gesetzgebung aner-
kannt, die mit dem einheimischen Rechte gar nicht harmoniren.
Die Verördnung vom 27sten April 1767 wegen Eintritts der
Volljährigkeit mit dem 21sten Jahre enthält unter andern
die B. stimmung, daß es den Eltern und Erblassern, nach
wie vor, verstattet bleibe, durch älterliche Dispositionen und
Testamente den terminum minorennilatis bis zum erreichs
ten 25sten Jahre auszusetzen. Ohne Zweifel ist dies nichts
anders als die gemeine Theorie von der tutela testamen-
taria, obgleich sie augenscheinlich nur da anwendbar seyn
kann, wo die Gesetze den 25jährigen Termin der Minorenni-
tät angenommen haben.
Es scheint ehemals eine nicht ungewöhnliche Meinung,
die natürlich nur in Holstein möglich war, gewesen zu seyn,
als könne das gemeine Recht von den Regenten nicht auf-
gehoben werden #). Darauf deutet eine seltsame Aeußerung
in der Verordnung vom Z5ten Sept. 41714 (Corp. C. H.
I. Bd. S. 1209): „Obgleich auch nach den fremden Rechten,
man sich einer oder anderer Beneficien vor die Frauens und
andere Zugehörige bedienen wollte, soll solches, na < dem
wir in unsern Reichen und Landen, nach der uns
von Gott verliehenen Superiorität alleine und
absonderlih, bei unsern Rechnungsbedienten
Maaße und Ziel setz en, und Gesetze verordnen
können **), in regard Unserer Forderungen von keiner
Kraft und Würde seyn..
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*) Auf eine ähnliche Meinung deutet auch R u n d e im deutschen
Privatrecht (. 45 not. a).
*) Nach diesem passus zu urtheilen, sollte man glauben,. daß die

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