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schieden haben. Wie vieles aber vom gemeinen Recht aüùf
diese Weise in Gebrauch gekommen, läßt sich ohne eine um=
fassende Erfahrung im Einzelnen nicht angeben. Vieles ist
auch nicht unbestritten. So leidet es zwar keinen Zweifel,
daß im Allgemeinen die römischen Grundsätze in der Lehre
von den Testamenten angenommen sind. Aber schwerlich
läßt sich dies von allen behaupten *). Einzelne Sätze des
gemeinen Rechts sind durch ausdrückliche Entscheidungen ver-
worfen: z. B. die Bestimmung der lex Anastasiana durch
ein Urtheil für Fehmarn vom 12ten Juli 4604 #4), Das
Senatsconsultum WVellejanum kommt zwar nach der Consti-
tution wegen der Haubenbandsgerechtigkeit s. 10 auch im
Schleswigschen zur Anwendung, es konnte aber schon vor
Alters demselben ohne Eid entsagt werden. So dient auch der
in dem holsteinischen Exemplar der Verordnung vom 41ten
Dec. 1758. §. 14’ enthaltene, in dem Schleswigschen nicht
befindliche Satz: ,„daß die in dem canonischen Rechte dem
Eide bei bürgerlichen Geschäften und Handlungen. beigelegte
Wirkung einer neuen Verbindlichkeit – ~ an sich auf ver-
worfenen Grundsätzen beruht’ zum Beweise, daß jene Be-.
stimmungen im Herzogthum Schleswig nicht zu den recipir-
ten gehört haben.
Es ist eine sehr natürliche Erscheinung, daß die Praxis.
allgemach in die Gesetze übergeht, und in einzelnen Aeußerun-
gen anerkannt wird. Was auf diese Weise von dem gemeis
nen Rechte aufgenommen wird,. ist natürlich nicht immer.
eigentliches römisches und canonisches Recht, sondern die.
*) So sind noch neulich Zweifel darüber entstauden, ob der pro-.
**) Corp. Stat. Slesv. I. Bd, S.

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