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Anzeigen des gedachten Jahres S. 702. Auch können auf ge-
wisse Weise die durante concursn laufenden Zinsen zu den privi-
legirten, den protocallatis vorangehenden Forderungen gezählt
werden. Die Datter eines Concurses ist unbestimmt, und wik haben
Beispiele genug, daß Concursverhandlungen sich ziemlich in die
Länge zichen können. Es ist also unmöglich im Voraus zu be-
stimmen, wie viel die Zinsen der einem Potocoliato voranscehen-
den Capitalien im Distributionstermine betragen werden, und
damit ist die Sicherheit der später protocollirten Forderungen
vernichtet. Der erste schadenleidende Creditor muß entbehren,
was seinen Mitereditoren für die im Concurse aufgelaufenen
Zinsen berechnet wird. Gleich wie die neuern Gesseßzgebungen,
nicht etwa wie R unde im deucschen Privatrecht 9.200 glanbt,
ans einem alten odio usurarum nur zweijährige Zinsen pari loco
mit dem Capital passiren lassen, so sollte anch billig aller Zinsen-
lanf durch den Concurs sistirt werden. Dafür ließe sich außer
dem politischen Nutzen, den dieser Grundsatz für die Sicherheit
der Protocollata haben würde, noch der rechtliche Grund an-
führen, daß die cessio bonorum als eine Art von Zahlung,
und der ganze Concursproceß als ein Theilungsverfahren an-
gesehen werden muß, welches nur zwischen den Gläubigern unter
einander, nicht aber zwischen ihnen und dem Dcbitor Statt
findet. Zum Theil hat die Praxis diese Ansicht aufgefaßt, nur
nicht vollständig durchgeführt. Denn bekanntlich läßt man den
Lauf der Vorzugszinsen durch den Concurs unterbrochen wer-
den (Gensler im Archiv für die civilistische Praxis 11. Bd.
S. 360). Consequenter Weise sollte dasselbe auch von den
vertragsmäßigen Zinsen gelten.
;.

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