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übereinstimmt, daß der Abt des Ruheklosters in einer Urkunde
von 1491 sich bezeichnet als legalium et canonicarum
constitutionum et sanctionum judex et executor #),
Wie es vor der Reformation gehalten ward, geht aus dem
Ebenbemerkten hervor. Seit der Reformation ist durch
neuere Gesetze in der Hauptsache nichts verändert worden,
Die Kirchenordnung verweist ausdrücklich auf das römische
und aller Wahrscheinlichkeit nach auch auf das canonische
Recht ##). Auf allen Fall hat sie den Gebrauch dieser
Sammlung nicht aufgehoben. Da endlich die Verordnung
vom Gten Aug. 1777, betreffend die Prüfung der Candidaten
des Predigtamts, selbst von Theologen Kenntniß des cano-
rischen Rechts verlangt, so wird um so weniger an dem Ges
brauch des canonischen Rechts zu zweifeln seyn.
3) Das gemeine Recht beider Sammlungen kommt. in
allen Criminalsachen zur Anwendung. Dies ist eine-unmit-
te!bare Folge von der Aufnahme der peinlichen Gerichtsord-
nung Carls des 5ten, die nicht nur in sehr vielen Stellen
auf das gemeine Recht verweist, sondern es sogar im Art. 105
für eine allgemeine subsidiarische Rechtsquelle erklärt. Das
gemeine Recht muß daher gleichsam als ein integrirender
Theil der Carolina betrachtet werden.
*\ N oo od t s Beiträge 1ster Bd. S. 16.
Kirchenordnung S. 46 von deu schleswigschen Domherren ,, se
schölen ock wat weten vom Keiserrechte besonderigen yn insti-
tutionibus und arborem consanguineitatis ‘!, S. 47 von den
# Canonicis, die zum Consistorio verordnet werden ,,under
welken twee schölen so vele rechtes weten, als tho den Eesacken
gehöret‘’. Unter diesem Rechte kann kaum etwas anders als
das canonische Recht verstanden werden ; wie denn auch S. 33
offenbar mit Rücksicht auf cap. 9 X. de consaug., die yerbote-
nen Grade beschränkt werden.
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