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und daß alle geistlichen Rechtsverhältnisse in den Landrechten
übergangen sind. Da ferner das canonische Recht in so vie-
len Stellen auf das römische Recht verweist, so ist ebenfalls
an dem subsidiarischen Gebrauch des rômischen Rechts in dett
geistlichen Gerichten nicht zu zweifeln *). : Aber der Ueber-
gang beider Rechtssammlungen in die weltlichen Gerichtshöfe
gehört durchaus in eine viel spätere Zeit, und der Grad,
in welchem sie gelten, ist in beiden Herzogthümern ein sehr
verschiedener.
! Was zuvörderst Holstein betrifft, so wurden zur Zeit
Christians des Ersten, nach seinem mehrmals angeführten
Privilegio, keine andere Rechtsquellen anerkannt, als Gewohn-
heiten, Statute und das Sachsenrecht. Das Privilegium dex
holsteinischen Städte von 1568 . 14 nennt auch ebenfalls
das Sachsenrecht als die einzige subsidiarische Entscheidungs-
quelle **), Das Ein Jahr ältere Dithmarsische Landrecht
hat sowohl in dem Publicationspatente als in dem letzten
Artikel die gemeinen beschriebenen Rechte mit aufgenommen,
und die Landgerichtsordnung von 1573 hat endlich. diese An-
»sicht für das ganze Herzogthum. Holstein allgemein geltend
gemacht, wiewohl die Verweisung auf das gemeine Recht
nicht sogleich in Obsservanz gekommen seyn kann, da sonst
die Volksgerichte sich nicht so lange, als wirklich geschehen ist,
!
Anderer Meinung ist von We stphalen l1. c. p. zz. Ey
ineint, die Gültigkeit des canonischen Nechts sey selbs: vor der
Reformation sehr beschränkt gewesen. Die Beweise für das
Gegentheil liegen theils in der allgemeinen Verfassung der
christlichen Kirche während des Mittelalters, theils in ausdrück-
lichen Aenßerungen des Sach=senspiegels über die gesetzgebende
Gewalt des Pabstes.
Das gedachte Privilegium findet sich jeßt in der Landgerichts:
ordnung Lib. IV. ut. 16.
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