Full text: (Zweiter Band)

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manneneides, und ebenfalls aus dem Anfang des 46ten Jaht- 
hunderts in Flensburg über Legung und Berechnung des 
Schatzes *#). In Ansehung Holsteins ist zu bemerken, : was 
schon der Sachsenspiegel Il. 55 darüber enthält, welches dem 
Inhalte nach in den Neumünsterschen Kirchspielsgebräuchen 
Art. 66 wiederholt ist. Selbst den einzelnen Dörfern steht dar- 
nach Autonomie zu, jedoch unter der stillschweigenden Voraus. 
setzung , daß solche Willkühren das gemeine Recht nicht aufs 
heben können **). Jn den neuern Zeiten ist jedoch die Au- 
tonomie der Gemeinden auf dem Lande bedeutend eingeschränkt 
und die der Bürgerschaften in den Städten gänzlich ver- 
schwunden.. Auf dem Lande sind inzwischen noch Dorfbelie- 
bungen unter Genehmigung der Oberbeamten zugelassen #), 
Solche Gemeindebesch!üsse sind nun keineswegen als Verträge 
anzusehen, sondern es sind wahre Gesetze, wie sich unter an- 
dern baraus ergiebt, daß sie auch auf Auswärtige Anwen- 
dung leiden. Nichts ist z. B. gewöhnlicher, als daß nach 
den Dorfsbeliebungen von: Auswärtigen ein höheres Schütt- 
und Pfandgeld bezahlt werden muß, als von Einheimischen, 
Das gemeine Landrecht kann natürlich durch autonomische 
Statute nicht geändert werden, und überhaupt sind es nur 
Gemeindeangelegenheiten, über welche sie jetzt disponiren. 
Die vorgeschriebene Confirmation Ser Beamten scheint ühris 
gens hauptsächlich den Zweck zu haben, Gewißheit darüber 
zu erhalten, daß die Beliebungen mit den Landesgesetzen 
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Corp. Stat. Slesv. IL. S. 45., Lüders Ausgabe des Flensb. 
Stad“rechts S. 56. Mehrere Flensburgische Beliebungen hat 
Claeden mitgetheilt in den Mon. Flensb. 
"?) Vergl. Sv ang enbe r g s Beiträge S. 55, 
L smperverfägung vom 4ten Nov. 1722, C. C. H. I. Bd. 
br 
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