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auch nicht geradezu sagen, daß durch das zur Frage stehende
Verfahren Weitläuftigkeiten bewirkt werden. Gesetzt aber,.
es. fände eine höhere Behörde, daß die Unterbeamten zu häufig
und zu anhaltend nach falschen Grundsätzen entscheiden, so
ist der natürliche Ausweg, darauf anzutragen, daß der zwei-
felhafte Punkt durch ein. Gesetz seine Bestimmung erhalte..
Ueberhaupt scheint mir die Unterbehörde sich ganz auf dieselbe
Weise verhalten zu müssen, wie- das Mitglied einer zusam-
mengesetzten Behörde, welches, auch noch so oft überstimmt,
dennoch bei seiner Meinung beharret, und sie aufs kräftigste
unterstütt, endlich auch wohl die Majorität auf seine Seite
bringt. Jedes Collegium wird Beispiele nachweisen können,
daß auf diesem Wege die Ueberzeugungen der Mitglieder
geändert sind, und daß darnach auch die Entscheidungen eine
andere Gestalt angenommen haben, ~ Durch diese Bemer-
kungen soll übrigens nicht einem leichtsinnigen Widerspruch
gegen die bei den höchsten Behörden angenommenen Grund-
säße, oder der eigenliebigen Anhänglichkeit an selbstersonnenen
Theorien das Wort geredet werden, wohl aber wünschte ich,
daß jedem Beamten die Freiheit bliebe, seinen ernstlich ges
prüften Ueberzeugungen ohne Scheu vor einer höhern Aucto«
rität zu folgen, und sie zur. Anwendung zu bringen. – Im
Vorstehenden sind, meiner Ansicht nach, die Grundsätze ent-
halten, welche Jeder vor Augen haben muß. der für theore-
tist)e oder practische Zwecke von Collegialresolutionen Gebrauch
machen will. Solche Resolutionen schließen nicht die Prüfung
ihrer Richtigkeit aus, und haben nicht den Character von Ins
fallibilität an sich, der jedem Gesetz wesentlich ist, welches, in
seiner Eigenschaft als Gesetz, niemals unrichtig seyn kann.
Dagegen werden und können sie allerdings, und auf gleiche
Weise die Erkenntnisse der Obergerichte, in allen Fällen, in

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