Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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; Die zweite Classe befaßt solche Fälle, wo- ein längerer 
Zeitraum als drei Jahre erforderlich ist, oder mit andern 
Worten, wo gewisse Zeiträume in die drei Jahre nicht einge- 
rechnet werden, oder sonst andere Zeiten bestimmt sind. Hieher 
gehören folgende Fälle. 
1) In Ansehung des Stifts Eutin ist die Verordnung 
vom 23sten Dec. 1808 aufgehoben und die vorher geltende 
Bestimmung wieder in Kraft gesetzt, Circulgirverfügung vom 
17ten Januar 18141. Dies gilt jedoch nur für Holstein, ob- 
gleich dieselben Gründe für eine allgemeine Regel sprechen 
würden. 
2) Nach dem Patent vom Aten April 4792 erwerben 
Lehrbursche während ihrer Lehrjahre an dem Wohnorte. ihres 
Meisters keine Heimathsrechte. Dies muß nun nach der Ver- 
ordnung 23sten Dec. 1808 g. 18 auf diejenigen Lehrbursche 
beschränkt werden, die nicht bereits einen eigenen Stand er- 
griffen haben, oder wie das Kanzeleischreiben vom Aten Mat 
1817 sich ausdrückt, bereits eigene Heimath haben. Die ge- 
brauchten Ausdrücke sind nicht völlig bestimmt und deutlich, 
Nach den sonst geltenden Grundsätzen ist aber anzunehmen, 
daß das Ergreifen eines eigenen Standes erst mit erreichter 
Volljährigkeit möglich wird. Danach würde auch zu entschei: 
den seyn, inwiefern elternlose Kinder während der Lehrjahre 
Heirathsrechte erwerben oder nicht. Auch wird bei Berech- 
nung der Zeiträume nur auf den Anfang der Lehrjahre, nicht 
aber darauf zu sehen seyn, daß während der Lehrjahre eine 
Veränderung des persönlichen Verhältnisses eintrete. 
3) Dieselben Grundsätze gelten von Studirenden und von 
denen, die eine Schule besuchen. Heimathsrechte werden von 
ihnen also nur alsdann erworben werden, wenn sie als Voll- 
jährige die Schule oder die Universität beziehen. 
4) Die in dem Christianspflegehause aufgenommenen Sol- 
datenkinder behalten ihre ursprünglichen Heimathsrechte wäh- 
rend der Zeit ihres Aufenthaltes im Pflegehause, und können 
erst nach ihrer Entlassung daraus eine neue Heimath erlangen, 
Bekanntmachung vom 4ten Mai 1802. 
5) Auch erwerben die Militgirpersonen nach dem Kan- 
zeleipatent vom 30sten August 1819, und ebenfalls die Miliair- 
handwerker, welche ursprünglich als Soldaten ausgehoben sind, 
oder von den Städten requirirt werden, nach dem Patent 
vom Aten Nov. 1820 während ihrer Dienstzeit keine Heimaths- 
rechte an dem Orte, wo sie in Garnison oder im Cantonni- 
rungsquartiere liegen. Daß dies sich auf die Frauen und 
Kinder mit erstrecke, versteht sich von selbst. Zweifelhaft aber
	        

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