E R4
T02.
Erwerbung der Heimathsrechte hinreichend, ansässig gewesen
zu seyn, jetzt aber ist es nach den klaren Worten der Ver-
ovdnung vom 23ssten Dec. 4808 erforderlich, angesessen
j [tbt.. U M t Her Uu LTU t F
Jahren wieder erlöschen können. Unstreitig gehört diese neuere
Bestimmung zu den Anomalien unserer Geselzgebung, und die
Anomalie ist noch größer geworden durch die Verfügung vom
12ten Sept. 1809, da hiernach durch Ansässigkeit die Mili-
tairpflichtigkeit begründet, die Freiheit aber vom Militairdienst
gewiß durch Aufgeben des Besilzes nicht wiederum erworben
wird. Daß übrigens actuelle Ansässigkeit Heimathsrechte gebîy
ist an sich so natürlich, daß es für diesen Satz nicht der un-
terstützenden Beweise bedarf, die theils in der angezeigten Ver-
fügung, theils in dem Circulair des holst. Obergerichts vom
4äten Oct. 1819 dafür enthalten sind.
2) Frauenspersonen erwerben durch Verheirathung mir
einem heimathspflichtigen Manne sofort Heimathsrechte und An-
spruch auf Versorgung. Dasselbe gilt von den Kindern einer
solchen Frauensperson, insofern die Kinder nicht bereits einen
eigenen Stand ergriffen haben. Dies folgt schon aus den Be-
stimmungen der Verordnung vom 23sten Dec. 1808 und ist
auch angenommen in dem Kanzeleischreiben vom Aten März
1817. Ob in solchem Falle die Armencommüne zur Unter-
haltung der Kinder nur insofern als der Stiefvater unvermö-
gend ist, oder ohne Rücksicht auf die Vermögensumstände pflich-
tig ist kann streitig senn. Nach strengem Rechte müßte man
wohl den Stiefvater in solchen Districten, wo keine Güter-
gemeinschaft gilt, von der Alimentationspflicht freisprechen.,
Schlimm wäre es aber doch wahrlich, wenn ein Stiefvater sich
auf das strenge Recht berufen wollte oder möchte.
Zu den Ausnahmen von der Regel werden öffentliche
Beamte und Officianten nicht gezählt werden können, noch
auch deren Kinder, oder insofern ste nicht in die Wittwencasse
einseen, deren Wittwen, Es mag allerdings natürlich schei-
nen, daß alle Angestellte an dem Orte ihrer Anstellung sogleich
Heimathsrechte erwerben. Da aber während der Amtsführung
von einer Armenversorgung nicht die Rede seyn kann, und
nach Niederlegung des Amtes solche Personen in die Classe
der Häuersleute gehören würden, so ist bei dem Stillschweigen
der Gesetze kein Grund vorhanden, ehemalige Officianten an-
ders zu beurtheilen, als alle übrigen nicht ansässigen Einwoh-
ner eines Districts.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.