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vom 12ten April 4744 ist abgedruckt in von Eggers deut-
schem Magazin 6ten Band S. 1409 u. f.
2) Ungeachtet die Verordnung vom 24sten März 1797
die Einführung von Schuld- und Pfandprotocollen in die ade-
lichen Güter Holsteins autoristrt, scheint doch die für beide
Herzogthümer ergangene Circulairverfügung vom 13ten Febr.
1810 vorauszusetzen, daß für jeden einzelnen Fall eine Königl.
Resolution erforderlich sey, indem nach jener Verfügung die
Obergerichte in Zukunft kefugt seyn sollen, die nöthige Auto-
risation zu ertheilen. Ein Freund, mit dem darüber gesprochen
ward, hat uns Folgendes mitgetheilt.
Der scheinbare Widerspruch zwischen der Verordnung we-
gen Einführung der Schuld- und Pfandprotocolle vom 24sten
März 1797 für Holstein allein und der Circulairverfügung
vom 13ten Februar 1810 für beide Herzogthümer ist vielleicht
durch folgende Umstände veranlaßt:
1) Der §. 13 der Verordnung von 1797 spricht von
der Einführung eines neuen (verordnungsmäßigen) Schuld-
und Pfandprotocolls, wobei also vorausgesetzt ward, daß das-
selbst schon ein älteres, anders eingerichtetes existirte. Cben
s0 die §§. 29 und 30 derselben Verordnung.
2) Im g. 28 ist der Wunsch ausgesprochen, daß auf
allen Gütern, wo Grundeigenthümer , aber noch keine Protos
colle vorhanden sind, sog leich (1797) zur Einführung solcher
Protocolle geschritten werde.
3) Es bleiben demnach die Fälle unerledigt, wo auf
Gütern im Jahre 1797 weder Protocolle noch Guts-
untergeh örige vorhanden waren, und später parcelirt wor-
den ist, Inzwischen war auch der einer Gerichtsordnung ein-
kreten, deren g. 23 den Gutsbesitzern die obrigkeitliche Ge-
walt läßt, während die Führung des Schuld- und Pfand-
Protocols im g. 27 dem Gerichtshalter übertragen ist,
mit welchem bis dahin zufolge Verordnung von 1797 §. 4
die Obrigkeit gleichgestellt war. Wahrscheinlich sind hieraus
Streitigkeiten zwischen Guetsbesiern und Gerichtshaltern ent-
[kanden, welchen die Circulairverfügung dadurch abhilft , daß
die Bitte um Authorisation zur Einrichtung eines Schuld-
und Pfandprotocolls den Gutsbesitzern (nicht den Gerichts-
haltern) zukomme, wobei auch noch besonders der §. 8 der
Gerichésordnung für die Fälle zu berücksichtigen seyn dürfte,
daß ein Guetsbefitzer sich der Gerichtsbarkeit begeben habe.
4.8

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