Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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und es sich in andern Ländern bewährt hatte, daß die Aus- 
führung des gemachten Vorschlages praktisch möglich sey, wurde 
eine Hagelschadens - Assekuranz- Gesellschaft von mehreren Land- 
wtirthen in unsern Herzogthümern errichtet. 
Mit der höchsten Achtung gegen die Ansichten und Ge- 
sinnungen, welche die sämmtlichen Interessenten dieser Gesell- 
schaft durchdringen, und gegen die mit gutem Willen und vier 
ler Einsicht entworfenen Statute, weit entfernt, die in diesen 
Statuten enthaltenen Bestimmungen zu tadeln, oder umstoßen 
zu wollen, sondern vielmehr von dem regen Wunsche besseelt, 
diese, wo möglich, aufrecht zu erhalten, sie aber der Haupt- 
sache und dem Wesentlichen nach gegen alle Einwürfe zu 
sichern, sey es mir erlaubt, nachstehende Gedanken der nähern 
Erwägung zu unterwerfen. Ueberzeugt davon, daß es allen 
Mitgliedern der Gesellschaft, welche die Mängel der zum 
Grunde gelegten Statute anerkennen, angenehm seyn wird, 
will ich die Frage: wie der durch Hagelschlag erlittene Schade 
nach einem dem Verluste möglichst nahe kommenden Magaß- 
stabe zu ersetzen sey ? nach meiner geringen Einsicht näher. zu 
entwickeln suchen, nachdem ich zuvörderst der Organisation die- 
ser Gesellschaft kürzlich erwähnt habe. 
Je einfacher der Mechanismus einer Einrichtung ist, desto 
näher kommen wir dem Zwecke, und je weniger Thür und 
Thor für die Willkühr erösfnet wird, desto sicherer werden wir 
die vereinigten Kräfte auf den rechten Brennpunkt richten kön- 
nen. Diese Grundsätze gehören zu den wenigen, über die mir 
kein Zweifel obwaltet. 
. Ho wie die Idee eines Vereins darin besteht, daß alle 
vereinzelte Kräfte und zwar nach Einem Plane hinwirken, und 
so wie, je größeren Umfang eine Assekuranz; Gesellschaft hat, 
desto sicherer und leichter ihre Lasten getragen werden ; so dür- 
fen auch keine Landwirthe davon ausgeschlossen, sondern alle 
ohne Unterschied als Mitglieder derselben aufgenommen wer- 
den. Eine Ausnahme scheint unbillig, indem sie dem Zwecke 
eines solchen Vereins gänzlich widerstreitet. 
Eine konzentrirte Leitung des Ganzen, so daß alle Be- 
richte und Mittheilungen an eine Centralbehörde und wieder 
von da an den Punkt ihrer Bestimmung gelangen, wodurch 
nicht nur eine Einstimmigkeit in den Beschlüssen, sondern auch 
eine Einfachheit in den Geschäften erlangt würde, möchte sehr 
wünschenswerth seyn, indem eine komplizirte Einrichtung sehr 
leicht in ihrer Thätigkeit gelähmt wird. Demnach möchte eine 
Direktion von der Gesellschaft erwählt und in der Mitte des 
Bezirks errichtet werden, Die Wahl der Direktoren sowohl
	        
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