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die Leibeigenschaft in den Herzogthümern Schleswig und
Holstein mit dem 1sten Januar 1805 gänzlich aufhören solle,
Bei Annäherung dieses Zeitpunktes war es nothwendig, das
künftine Verhältniß der Freigelasssenen zu ihren bisherigen Guts-
herren sowohl als zum Staate, dessen Bürger sie nun werden
sollten, im Voraus zu bestimmen. Also erschien unter 49ten
December eine Verordnung, welche definitiv festsetzte, daß die
Leibeigenschaft in beiden Herzogthümern vom 1sten Januar
1805 an gänzlich und auf immer, ohne irgend eine Aus-
nahme, abgeschafft seyn solle; alle, die Leibeigenschaft betrefs
fenden, Gesetze, Verfügungen und Gewohnheiten, hörten nach
dem 31sten December 1804 auf, rechtliche Wirkung zu haben.
Die Freigelassenen können über ihre Person und Vermögen.
frei und ungehindert verfügen, bedürfen zur Heirath und zur
Erlernung eines Handwerks nicht mehr der Einwilligung
des Gutsherrn, und kein Contract, durch den sich ein Frei-
geborner zum Leibeignen hingiebt, ist hinfort gültig; kein
Ausländer, der sich in den Herzogthümern aufhält, foll aus-
geliefert werden, wenn er als Leibeigner vindicirt würde.
Die Leibeigenen, welche bisher größere oder kleinere Stellen
inne gehabt haben, und solche nicht durch Pacht- oder Ueber-
lassungscontracte behalten, genießen die jeden Orts herkomm-
lichen Altentheile, oder eine andere angemessene Abfindung,
haben aber demnächst an den Gutsherrn keine weitere An-
sprüche, als die im Verarmungsfall aus den Gesetzen fließen.
Alle, den 31ten December 480.44 von Leibeigenen, Freigelasse-
nen oder andern Bauern bewohnten oder besessenen, ganze,
halbe odcr viertel Hufen, Bohlen oder ähnliche Stellen müs-
sen in dieser ihrer Eigenschaft erhalten und zu etwanigen
Veränderungen die Erlaubniß des beikommenden Oberdicasterii
erwirkt werden, bei 500 Rthlr. Strafe für jeden Uebertre-

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