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Frankreichs Macht und sein Einfluß auf alle übrigen
europäischen Staaten hatte einen hohen Grad erreicht und
wuchs noch immer, und der Held, welcher sich an die Spitze
der Regierung dieses mächtigen Reiches gestellt hatte, ward
im Maimonat zum Kaiser der Franzosen ausgerufen. Zwar
gewann durch diesen neuen Glanz seines Herrschers, der im
näâchsten Jahre auch die Würde eines Königs von Italien
annahm, Frankreich nicht unmittelbar an Macht, allein so
wie durch die veränderte Form der Regierungen in Frankreich
und Italien und durch die Bereinigung dieser beiden Kronen
auf Einem Haupte, die Eisersucht der übrigen großen Mächte
auf mannigfache Weise erregt ward, so gaben auch dje neuen
monarchischen Formen ihrem Urheber einen bei weitem freie-
ren Spielraum zur Entwickelung und Benutzung der inten-
siven Kräfte seiner Völker, und durch deren glückliche Anwen-
dung bei den bald ausbrechenden Kriegen die Gelegenheit,
auch nach außen seine Macht zu erweitern und so die Unab-
hängigkeit der übrigen Staaten vielfältig zu gefährden,
Bei den freundschaftlichen Verhältnissen, die seit längerer
Zeit zwischen Dännemark und Frankreich statt gefunden hat-
ten, war es in der Ordnung, daß ersteres nicht siumte, die
neue Kaiserwürde anzuerkennen. ]
Minder wichtige Folgen hatte es für Europa, daß we-
nige Monate nachdem Napoleon Bonaparte zum Kaiser der
Franzosen proclamirt war, auch das österreichische Erzhaus,
in welchem die hohe Würde eines römischen Kaisers seit
Jahrhunderten gleichsam erblich war, ebenfalls den Kaiser-
titel annahm. Selbst in den Verhältnissen des Kaisers
von Oesterreich, als Reichsoberhaupt zum deutschen Reiche,
ward durch diese neue Würde keine Veränderung hervorgebracht.

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