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der art. 1 sagt allgemein und unbestimmt, die Kinder sollen
von 1\rem Vater nicht Theilung fordern, so lange er lebt,
wenn er auch gleich zur zweiten Ehe schreitet. Der art, 2
bestimmt es genauer, jedoch solle dies nur dann seyn, wenn
er Aussage thut, sonst soll er theilen, thut er aber jene, so
behält er ja wirklich das Gut bis die Kinder mündig sind,
und auch nachher noch, so lange sie es nicht ausdrücklich fora
dern. So ist also art. 4 zu verstehen. Die größte logische
Ordnung ist natürlich in diesen alten schriftlichen Urkunden
nicht.
Auf diese Art sind auch art. 2 und 3 des Apenrader
Stadtrechts zu erklären, die mit dem Flensburger Stadtrecht
übereinstimmen, und. so löset sich der Widerspruch zwischen
dem deutschen und lateinischen Text, den die Herausgeber des
Corp. statut. II. S. 357. Not. * finden. Die lateinische
und andere Uebersetzungen sind freier und daher logisch rich-
tiger und stimmen mit den neuern Texten des Schleswigschen
(art. 10) und des Eckernförder Stadtrechts (art. 12) überein
Am Ende derselben Note aber tadeln die Herren Herausgeber
mit Recht Lüders, der in seiner Ausgabe des Flensburger
Stadtrechts behauptet,. der Vater soll bei seiner zweiten Vera
heirathung nicht nux das mütterliche Gut, sondern auch 3 Mk.,
Schild u. s. w. den Kindern geben, indem er tho givae zu-
geben übersetzt. Das Plattdeutssche hat ihn wahrscheinlich irre
geführt; tho heißt weder im neuen noch im alten Dänischen
zu, sondern doch !) Unrichtig übersetzt auch der alte Ueber.
setzer jedoch.
« Fi
1) Jütsch. Lov. I. c. 16,

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