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würde er oft nicht allein in die größte Verlegenheit kommen;
ja sogar zu Grunde gerichtet werden können, sondern der
ganzen Bürgerschaft hätte dies sowohl in Ansehung der Gea
meindeabgaben als des Verkehrs und der Nahrung sehr
nachtheilig werden können. Aehnliche Nachtheile würde eine
solche Theilung auch bei andern Klassen der Stadtbewohner
gehabt haben, däher entstand diese Verschiedenheit vom Land.
rechte, und man sieht daraus, wie das Recht aus den Lebens-
verhältnissen der Menschen hervorgeht, sich in der schönsten
Uebereinstimmung ihnen anbildet und sich mit ihnen . ent-
wickelt.
Wenn dies nun die Gründe der angeführten, von dem
Landrechte abweichenden Bestimmung sind, so.. kann Eken-
bergers Meinung, die er in den Noten zum Flensburger
Stadtrecht (siehe Westphalen Monum. inedita IV.
p. 1900) aufstellt, nicht richtig seyn, daß hier doch die Bes
stimmung des Landrechts vorauszusetzen sey, nach der die
Kinder mit dem 145ten Jahre Theilung fordern.. können.
Wäre dies gewesen, wozu auch eine eigene Bestimmung in
den so kurz gefaßten Stadtrechten, die fast keine Verfügung
des Landrechts wiederholen 1 ), . Daß man die Mutter (die
ja nach den Stadtrechten, ausgenommen nach. dem Schless
wiger und Eckernförder, nicht einmal die Hälfte der Güter
bekommt) nicht so begünstigte, war ganz natürlich, weil dem
Gemeinwesen mehr daran gelegen seyn mußte, daß die wirk=
famen Söhne selbstständig würden, als daß die Wittwe in
den Gütern sitzen bliebe. Dieselbe Ansicht bewirkte gewiß im
...;
Die Vormünder- Verordnung §. 4, welche den mündigen Kin-
dern Theilung erlaubt, kann als allgemeines Gesetz wohl nicht
dies besondere Städtische. Recht. aufgehoben haben.

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