Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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." 
s. 24. 
2) Verhältniß während der Ehe, 
Der Anfang der Gütergemeinsschaft ist wie nach Land- 
recht (siehe oben 0. 6). Als Abweichung von demselben 
kommt vor, daß, während die Frau nach diesem 2) gar nicht 
über gemeinschaftliche Güter verfügen kann, ihr nach den 
Stadtrechten dieses bis zu einer bestimmten Summe erlaubt 
ist, im übrigen bleibt die Regel. Schon das alte Schles- 
wiger Stadtrecht §. 39 bestimmt nämlich, daß die Frau ohne 
Wissen des Mannes Sachen bis zum Werth von 12 Dena- 
narien verkaufen oder verpfänden und sich für eben so viel 
verbürgen dürfe. Wenn. aber jemand wagen sollte, mit der 
Frau ein Rechtsgeschäft über mehr als diese Summe einzus 
gehen, und er dafür ein Pfand empfing, so soll er es ohne 
Entschädigung an den Mant herausgeben. Thut et es nicht 
und verstect es, so gilt er als Dieb, Man sieht hieraus, 
daß das ganze Geschäft nichtig ist. Gleiche Bestimmungen 
enthalten die übrigen Stadtrechte ?). Diese Verschiedenheit 
vom Landrechte hat vielleicht darin ihren Grund, daß man 
wegen des städtischen Verkehrs, der Frau einige Befugnisse 
in Ansehung des Vermögens einzuräumen für nöthig fand, 
besonders da der Kaufmann häufig von Hause entfernt istz 
nicht so der Landmann, 
(. 25. 
3) Aufhören der Che. 
Der nachlebende Vater nimmt nach fast allen Stadt- 
1) Jütsch. Lov II. e 63, 
Neues Schleswigsches Stadtrecht e. 59.. Flensburger Stadt- 
“.:: é: I peunigh) und. Apenrader Stadtrecht art. 84
	        
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