Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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folgt theils daraus, daß es in der Gesetzstelle heißt, der Vater 
hinterläßt Stiefmutter und Stiefkinder, theils daraus, daß 
im folgenden §. 9 von väterlichem Lande die Rede ist, wel- 
ches nur dann einen Sinn hat , wenn das Kind abgetheilte 
Geschwister hat. Ich kann diese Stelle nicht verlassen, ohne 
Ekenberger wegen seiner beispiellos freien Uebersetzung zu be- 
rücksichtigen. Er hat wahrscheinlich die Stelle nicht verstan.. 
den, und so hat es ihm denn beliebt, die Worte ‘des Gesetzes 
aus eigener Machtvollkommenheit zu ändern. 
Das Original heißt so: 
Aen dör father fürre oc er stupmother oc styp= 
börn ekter, tha thaker stypbörn !) fyrst at köpe (jorth) 
e etter Ihet var i fellugh oc sithen allae hans arving 
half with husfre. Auch im neuern dänischen Text, den 
Ekenberger nur vor sich gehabt hat, lauten die letzten Sätze 
Übereinstimmend mit dem Original so: . . . . da tager Steffs 
barn forst hans anpart af Kjobegods efterdi det vaar i Fellig, 
og siden alle hans Arffvinger halff ved Hustruen. 
Hiervon giebt nun Ekenberger folgendes für eine Ueber- 
sezung: So nimpt dat Steffkindt vorerst so vele van dem 
geköfften Lande, na deme alse idt in der Gemenschop was, 
unde darnegest de Helfte alles des Erves mit sines 
Vaters nagelatenen Husfrouven "). Das thut freilich das 
Kind, wie ich oben gezeigt habe, aber heißt alle hans Ar- 
ving alles des Erbes? „Hans“! bezieht sich auf Vater, und 
Arving ist nicht einerlei mit Arv. Der Vater ist gestorben, 
1) Dies muß, wie auch der neuere dänische Text sagt, stypbarn 
heißen, wie der folgende Singular, ther, zeigt. 
") Schrader im Handbuch II. S. 276 folgt ohne alle Kritik dieser 
falschen Uebersezung. Die alte plattdeutsche Uebersegung läßt 
diese Worte ganz aus.
	        

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