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gend Gütergemeinschaft zwischen den Kindern erster Ehe und
dem neuen Ehegatten. Dies ergiebt sich wohl aus dem Ausdruck
in B. I. c. 6. §. 6, der ganz ähnlich dem im c. 20 ist, aen
haver bonde barn there er hus fre stypbarn oc er
thet lagh i faelgh meth them u. s. w. !). Das Ver-
hältniß hat während der Dauer der Gemeinschaft in der zwei
ten Ehe gar nichts Besonderes, weil der Vater, der schon
früher die Verwaltung hatte, als er mit seinen Kindern al-
lein war, diese jetzt nur fortsetzt. Es waren also nur ge-
setzliche Bestimmungen darüber nöthig, wie es bei einer künf-
tigen Theilung gehalten werden sollte, und wir finden die
Lehre hievon in B. I. c. 6. s. 699.
Der \§. 6 enthält die allgemeine Regel, wenn einer der
beiden Ehegatten stirbt, daß nämlich dann das während der
Ehe erworbene Kaufland wie andere Boskab vertheilt werden
solle. Der §. 7 so wie §. 8 enthält das Besondere, jener,
wenn die Stiefmutter, dieser, wenn der Vater früher stirbt.
Daß nun hier genau unterschieden wird, welcher der
Ehegatten der überlebende ist, welches in dem Fall, wenn
die Mutter zur zweiten Ehe geschritten ist, nicht geschieht,
rührt wohl bloß von der besondern Eigenschaft des Kauf-
landes her, welches bei dem Vater auch wenn die Stief
mutter stirbt, bis an seinen Tod bleibt (siehe oben §. 16).
Dies bedurfte bei dem Stiefvater keiner besondern Bestim-
mungen, denn mit dem Tode des rechten Vaters wurde das
Kaufland Erbland der Frau und der Kinder, und der Stief-
vater hatte gar keine Rechte daran, sondern nur an dem wäh-
rend 2) der zweiten Ehe erworbenen.
1) Ekenberger übersett nachlässig statt gelegt wäre: „wäre“.
2) Vergl. Eriks Seeländisches Lov I. o. 12. 9, 2.

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