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Unterschiede aber müssen die Verhältnisse beider getrennt dar-
gestellt werden.
§::20.
b) Die Mutter geht eine zweite Ehe ein.
Von diesem Fall handeln folgende Gesetzstellen. I. c. 20.
29. 30, auf deren Vereinigung es hier ankömmt.
Das Kavitel 29 muß als dasjenige angesehen werden, wel-
ches die allgemeine Regel aufstellt; diese ist, daß die Wittwe,
wenn sie sich wieder verheirathet, mit ihren Kindern theilen
soll !), so daß alles Gut der Letlztern ihren Vormündern über-
geben wird. Bedürfen die Kinder noch der mütterlichen
Pflege, so sollen sie, bis sie 7 Jahr alt sind, bei der Mutter
bleiben, welche dann für sie von den Vormündern „Foster-
lön oc Kostningsgjäld“ bekommt ?). Doch soll die Mutter
bei der Theilung das Recht haben, wenn sie von ihrem eigs-
nen Lande zur Unterhaltung der Familie etwas verkauft hat,
den vollen Werth aus dem Bofäe, oder wenn Kaufland da
ist, aus diesem zu nehmen, nicht aber von der Kinder
Erbland 3 ). (Dies Recht hat die Mutter bei jeder
Theilung, nicht bloß bei der wegen der zweiten Heirath. )
Von der angeführten Regel giebt Kapitel 30 eine Ausnahme
an. Wenn nämlich die näâchsten Verwandten der Kinder ein-
willigen, so darf der Stiefvater ihr Vormund seyn. Dann
soll er sie aber entweder. in die Gütergemeinschaft mit auf-
nehmen, oder ihr Gut, dessen Verwaltung er jetzt übernimmt,
wardiren lasen. Doch legt ihm das Gesetz die Einschrän-
kung auf, daß er während seiner Vormundschaft weder der
Ö
1] A. a. O. H. 4. 5.
2) A. a. O. h. 6.
3) Am angeführten Otte s. 6. .

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