Full text: (Zweiter Band)

g. 
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. X 
sind von Amtswegen verpflichtet, zu sprechen. Ob und in 
welchem Maaße sie sich in ihren Vorstellungen und Berichten 
an die Regierung dieser bedrückten Unterthanen angenommen 
haben, weiß ich nichtz nur soviel ist gewiß, daß bis jetzt 
noch nicht geholfen ist. Daher einerlei, ob Beamter oder 
nicht, es ist Sache des Vaterlandes, Sache der Menschheit! 
wer die Noth der Tagelöhner und Handwerker, besonders 
auf dem Lande, kennct und fühlet, ~ und wem könnte sie 
fremd seyn? wen ungerührt lassen? -~ der ist verpflichtet, 
zu sprechen, wenn er sprechen, oder zu schreiben, wenn er 
schreiben kann, auf irgend eine Art die Noth seiner Mit- 
bürger bekannt zu machen, auf daß die Allgemeinheit dieser 
Klagen endlich die Aufmerksamkeit rege mache und diejenigen 
zur Abhülfe bewege, welche abhelfen können, und- gewiß sehr 
leicht abhelfen können. Als Mensch und Staatsbürger fühle 
ich diese Verpflichtung; daher dies ernste Wort. Zwar kann 
ich nicht erwarten, daß dadurch dasselbe erreicht werde, was 
durch die Vorstelungen gewichtigerer Männer nicht hat er- 
reicht werden können. Vielleicht möchte aber dadurch eine 
allgemeinere Theilnahme an der traurigen Lage der Mieths- 
leute auf dem Lande erweckt und diese dann die Veranlassung 
werden, daß kräftigere Stimmen gehört und von einsichts- 
volleren und erfahrneren Männern die Sache derer verfoch- 
ten würde, welche ihre eigne Sache nicht führen können. 
Dann wäre meine Absicht vollkommen erreicht. 
Die Veranlassung zu der traurigen Lage, in welche die 
Miethsleute auf dem Lande herabgesunken sind, ist das Pa- 
tent vom 23sten Dec. 1808, betreffend die Bestimmung, von 
welchem ein Verarmter zu versorgen sey, für die Herzogthü- 
mer Schleswig und Holstein. Dieses ist die Veranlassung 
geworden, aber keinesweges die beabsichtigte Veranlaso 
3.5
	        
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