Full text: (Zweiter Band)

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Erwerbung von Heimathsrechten sechs Jahre erforderlich. 
Dagegen hatten die Commünen das Recht gegen Ablauf der 
sechs. Jahre wegen der künftigen Unterhaltung von den Fremden 
Sicherheit zu verlangen. Daß auch damals über die Vertrei- 
bung der Armen geklagt wurde, ist in sofern wohl zu bemerken, 
als daraus hervorzugehen scheint, daß eine Verlängerung des 
Termins kaum genügen würde, der Noth abzuhelfen. Vergl. 
Ott es Bemerkungen über Angeln (Schleswig 1792) S. 189. 
Nach einem Rescript vom 12. Sept. 1809 hängt mit der Er- 
werbung des Rechts auf Versorgzung im Verarmungsfall jetzt 
auch die Militairpflichtigkeit genau zusammen. F >. 
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Der Stand im Staate, welcher am wenigsten fähig und 
vermögend ist, seine Beschwerden öffentlich bekannt zu 
machen und seinen öffentlich angebrachten Beschwerden Ge- 
hör und Gewicht zu verschaffen, dieser Stand im Staate be- 
darf es. unleugbar am dringendsten, daß er vertreten, seine 
Beschwerden von andern bekannt gemacht und auf ihre Ab- 
stellung von andern gedrungen werde. Diesen Stand macht 
die zahlreiche Klasse der Häuerlinge und Miethsleute, beson- 
ders auf dem Lande, aus, welche zum größern Theil Arbeits- 
leute und Tagelöhner, zum kleinern Theil Handwerker sind. 
Diesen fehlt es, um für sich selbst zu sprechen und selbst 
ihre Beschwerden laut werden zu lassen, größtentheils an 
Kenntnissen, und mehr noch an Muth, Zeit und Gelegenheit. 
Jetzt vornehmlich thut es Noth, daß Menschen- und 
Vaterlandsfreunde laut und öffentlich und allgemein ihre 
Stimme für diese Klasse von Bürgern erheben, da sie wi- 
der den Willen der Regierung und ohne den gering- 
sten Vortheil der Regierung, aber doch durch die Re- 
gierung unter dem bejammernswürdigsten, ihre leibliche und 
geistige Wohlfahrt zerstörenden Drucke seufzen. 
Die Beamten müsseÿ. dies am deutlichsten einsehen, und
	        
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