Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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Herrn Prof. Pfaff gefolgt sind, nach denen, die in der gedach- 
ten Vorstellung des academischen Consistorii angedeutet wurden, 
so scheinen sle mir, auch bei der jetzigen Einrichtung der Bades 
anstalt, noch immer so ziemlich in ihrer ganzen Kraft zu bestehen. 
Die drei oder viertehalb Jahre, die der Studirende auf 
der Universität zubringt, gehn sehr schnell dahin; die Zeit ist 
nicht lang für die Kenntnisse, die nach den immer mehr- gestei- 
gerten Forderungen der Zeit hier erworben werden sollen; der 
Verlust auch nur eines Sommers, in welchem Zerstreuungen 
den geregelten Fleiß unterbrechen, und dann gewöhnlich für 
längkre Zeit unterbrechen, ist keine Kleinigkeit; jene Jahre ent- 
scheiden meistens über die Tüchtigkeit, über Sinn und Cha- 
rakter des ganzen Lebens. Daher erfordert es die höchste Auf- 
merksamkeit, an einem Universitätsort, so viel möglich, alles 
zu entfernen, was Zerstreuungen und Unterbrechungen solcher 
Art herbeiführen kann. ; 
Wir wollen keine Klosterschulen, keine Colleges, darüber 
sind wir einverstanden; wenn aber eine Vergleichung verschiede- 
ner Universitäten angestellt werden soll, wie Herr Prof. Pfaff 
eine Vergleichung verschiedener Seebäder angestellt hat, so .ist 
Ruhe, Stille, so sind Umstände, die den Fleiß begünstigen, 
Abhaltungen so wenig als möglich veranlassen, hier eben so 
wichtig, als dort Salzgehalt und Temperatur, Seeluft und 
natürliche Bequemlichkeit nur immer seyn mögen; darüber, 
denke ich, wird man auch nicht anders als einverstanden seyn 
können. Wie oft hört man z. B. einen Vater Göttingen andern 
Orten .vorziehn, weil es in dem Rufe steht, daß Fleiß dort 
herrschend, ja, aus Mangel an Gelegenheiten der Zerstreuung, 
gewissermaßen nothwendig sey? noch nie habe ich gehört, daß 
man §r fen Universitätsorte die Gelegenheit zur Mitfreude 
vermißt habe. 
Nach den damaligen Aeußerungen des academischen Con- 
sistorii schien schon bisher die Vergleichung Kiels als Universt- 
tätsort mit andern Academieen in dieser Hinsicht kein so vors 
theilhaftes Resultat zu geben, als nach Herrn Prof. Pfaff die 
Vergleichung desselben als Badeort mit andern Badeörtern, 
Ohnehin, hieß es in dem gedachten Auszuge, biete die Stadt 
Kiel mit ihren vielen Jahrmärkten und aus manchen andern 
Gründen der studirenden Jugend so viele Reize zu Vergnügun- 
gen dar, daß von Seiten der Academie eher eine Verminderung 
jener Reize zu wünschen wäre, eine Vermehrung derselben aber 
höchst nachtheilich wirken müssez ohnehin sey der Hang zu Ver- 
gnügungen nur zu groß, u. s. w. In der That habe ich von 
manchen Studirenden gehört, und zum Theil kann ich es aus
	        

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