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dieselbe Weise Halten, Was im Concurs einer Festehufe ver:
kauft werden kann, ist übrigens nur, wie sich von selbst ver:
steht, das dominium utile. Ob aber dabei dieselben Grund-
säte zur Anwendung kommen, welche das Cammercirculair
vom 29sten Nov. 1783 über die Erbpachtsstellen enthält, ist
mir unbekannt. Natürlich wäre es auf allen Fall, daß der
Verkauf des dominii utilis nur für die Zeit geschehe, so
lange Festeerben vorhanden sind, und daß der Käufer über
tet Leben eines Festeerben die nothwendigen Beweise jährlich
ei brächte.
Inzwischen scheinen selbst die Geselze eine solche Magß-
regel bei dem Verkauf von Festegütern nicht zu erfor-
dern. Denn da allen gesetzmäßigen Erben eines Fcstebesitzers,
auch wenn dieser der erste Erwerber . ist, die Succession .in
das Festegut zugesichert ist (Verordn. v. 4766 9. 1), es aber
notorisch ist, daß jetzt keine neue Festestellen errichter werten,
die erste Erwerbung mithin immer einen Kauf vorausseßtzt, so
ist klar, daß das Recht des Käufers sich nicht darnach richtet,
ob von den früheren Festeerben jemand noch am Leben bc find-
lich. Auch ist in der Verordnung vom 26sten März 1772
§. 19 mit keinem Worte angedeutet, daß Festegüter nur auf
die beschränkte Weise verkauft werden können, als bei Erb-
pachtstellen vorgeschrieben ist.
Zu Num. KRAÄA[]]]. Ulbber das Protocollationswesen.
Zu den ältesten Protocollationsverorduungen gehört noch die
für die Herrschaft Pinneberg vom Aten Dec., 1699 im An-
hange zu der Schaumburgischen Hofgerichtsoronung. Ich
vermuthe, daß diese Verordnung auch in der Herrschaft Herz-
horn gegolten habe, und dort jetzt noch gelte. Dafür spricht
nicht nur die ehemalige Verbindung Herzhorns mit Pinneberg,
sondern auch der Umstand, daß die unter demselben Dato er-
lassene Pinnebergische Sporteltaxe auch für Herzhorn zur Norm
diente, bis dies unterm Zten Juli 1739 abgeändert wurde.
Dazu kommt, daß es im Pinnebergischen vor der Verordnung
vom Aten Dec. 1699 kein Schuld- und Pfandprotocoll gab,
obgleich eine etwas ältere Verordnung, vom 27sten Jan. des:
selben Jahres, selesam genug, bereits der Schuld- und Pfand-
protocolle erwähnt, und daß für das Herzhorner Schuld- und
Pfandprotocoll keine besondere Verordnung vorhanden ist, die:
ses daher nach der Pinnebergischen Verordnung errichtet zu
seyn scheint, Merkwürdig ist die Verordnung vom Alten
März 1746 für Herzhorn, daß ein Debitor sich die erste
Stelle im Protocolle offen halten dürfe, insofern sie voraus-
seßt, daß eine Delirung vor der Linie nicht contractlich bee

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