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dem Teiche jn den Sarg gelegt und ohne weitere
Ortliwg nach dem Kirchhofe gebracht und begraben
worden sey,
auf eine solche Art erzählen, daß im Fall alles so wahr wäre,
das Gemüth empört, die Sicherheit der Personen und des
Eigenthums gefährdet, die Moralität unterdrückt würde. Sehr
zu wünschen wäre es daher, daß ein unpartheyischer und hin-
länglich unterrichteter Mann uns mit diesen Begebenheiten
und ihren Nebenumständen in einem öffentlichen Blatte näher
bekannt machen wollte, theils um falsche, gemeiniglich ehren-
rührige, Gerüchte zu widerlegen, die aus dem Munde des
Haufens, oft auf einseitige Angabe sich stütßend, leicht über
Personen und Thatsachen ein falsches Licht verbreiten, theils
um überhaupt Wahrheit zu fordern und das Publikum zu
enttäuschen. Ich erlaube mir daher Ewr. ~ ergebenst zu er-
suchen, diesen Zeilen in dem nächsten Hefte des Magazins
einen Platz einräumen zu wollen, zugleich aber Sie zu bitten,
die etwa über diese beiden Gegenstände eingehenden Nachrich-
ten, welche aus sicherer Quelle kommen und das Gepräge
der Wahrheit und Unpartheylichkeit tragen, in das Magazin
gütigst aufzunehmen.
Den 30sten Mai 41822.
6) Preise in früheren Zeiten.
Mit Rechr klagt der Landmann über zu wohlfeile Zeit,
aber es gab doch Zeiten, wo Alles noch viel wohlfeiler war,
als jetzt. Als vor viertehalb hundert < ahren, nämlich 1452,
der Kanzler des Herzogs Wilhelm r Pet. sich zwei Tage
lang in Saalfeld aufhielt, kostete seine Bewirthung der Stadt
3 Groschen 7 Pfenninge und 2 Zinshühner. „In jenen Zeiten
galt ein Kalb 7 Groschen, ein halbes Rind nicht volle 2 Tha;
ler, ein Schock Eier 14 Pfenninge, ein Pfund Hecht 4 Gio-
schen, das Fuder Heu 15 Groschen, ein Scheffel Salz 14 Gro-
schen, ein Schock Heeringe 10 Groschen. Eine Elle Leinewand
galt für den Herzog einen Groschen, ein Paar Schuhe 5 Gro-
schen, ein Pelz mit rauher Mütze (?) 12 Groschen, ein Huf:
eisen 6 Pfenninge, das Pfund Zucker hingegen 4 Thaler
8 Groschen. Auch wurde bei einem fürstlichen Mahle kaum
ein halbes Pfund von letzterem verbraucht. Die Trink-
gelder, welche der Herzog gab, brtrugen. selten über 2 Groschen.
Zehn Groschen erhielt, bei dem Aufenthalte des Herzogs in

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