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amten eines eonstitutionellen Monarchen sind, dessen Pflichten
gegen sein Volk dieselben Gesetze bestimmen, we.che die Oblie-
genheiten des Volks gegen die Regierung festsetzen.
4., Eine Englische Obrigkeit muß erkennen , daß jeder
Unterthan dieser Lande, er mag reich oder arm, Ankläger oder
angeklagt seyn, vor dem Gesetze gleich ist, daß die Gesel:e
Englands nicht die Person ansehen, daß sie nimmermehr dazu
dienen, der Laune der Obrigkeit oder den Absichten der Krone
zu fröhnen, und daß sie, nach dem. Buchstaben im gemeinen
Wortverstande angewandt, so lange gelten, bis sie von der
vereinten Macht, melche sie verordnete, abgeänderr oder auf-
gehoben worden.
5. Die Haupttugenden aller Obrigkciten sind Unbe-
stechlichkeit, Unpartheylichkeit, Sorgssamkeit und
Wohlwollen,
h! Ein unbestechlicher Beamter wird nicht bloß selbst
durch nichts sich geradezu und unmittelbar oder entfernt und
mittelbar bestechen iassen, sondern wird auch stets darüber
wachen, daß seine Schreiber, Constabels und sonstige Bediente
und Vollzieher seiner Amtsgewalt sich nicht Bestechlichkeit und
keine Erpressungen und Bedrückungen zu Schulden kommen
lassen,
7. Ein unpartheyischer Beamter wird der Parthezlich-
keit (die chen so oft Schwäche, als Laster ist) jeden Zugang ver-
schliehen, er wird sich in Acht nehmen, daß nicht einseitige
Betrachtungen der Sache, schlaue und boshafte Hinterbrin-
gungen oder eigennütige und gemeine Borurtheile Einfluß
auf sein Handeln ausüben, und wird niemals vergessen, daß
die uten zwar für die streitenden Theile blind, aber
zur Erforschung der Wahrheit ganz Auge ist.
8. Eine sorgsame Obrigkeit wird beide Theile hören,
ehe ste eine Entschließung faßt, sie wird zu der Cinfalt, Un;
geschicklichkeit und Unerfahrenheit eines Jeden sich herablassen,
wird mit Umsichtigkeit die verschiedenen Anzeigen und Beweise
gegen einander abwägen und ihre Forschungen nicht eher ein-
stellen, als bis der vorliegende Fall über allen Zweifel erhoben
und ihre Ueberzeugung in der Sache fest ist,
2 Eine mohlwollende Obrigkeit wird nie vergessen, daß
Milde die höchste Zierde aller Gewalt ist, wird es nie zu-
lassen, daß ixgend Grausamkeiten, Drohungen oder muthwil-
lige Beschimpfungen einem Angesschuldigten zugefügt werden,
um ihm ein Cingestäudniß abzunöthigen oder unter welchem
Vorwand es sey, sie wird keine übertriebene Bürgschaft ver-
langen, wird selbst alle Oerter des einstweiligen Verwahrsams

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