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2) Erwiederung auf den im ersten Bande des staats-:
bürgerlichen Magazins Seite 634 und 635 abge-
druckten Aufssaz über das Ploener Amtsgefänguiß.
Der Reisende, welcher den obenerwähnten Aufsatz in
das staatsbürgerliche Magazin hat einrücken iassen, rüget in
selbigem einen zwiefachen Uebelstand. Zuerst beschweret er sich
darüber, daß die sonst so schöne Promenade am Abhange des
Ploener Schlosses, durch die widrigen Düfte eines scheuslichen
Kloaks veryestet werde, und zweitens redet er mit einem
theilnehmenden Eifer von der traurigen Beschasfenheit des im
Erdgeschosse des Schlosses befindlichen Amtsgefängnisses, na-
mentlich von dem Umstande, daß die Arreste in selbigem sehr
oft dergestalt mit Rauch angefüllt sind, daß die darin befinde
lichen Gefangenen sich genöthigt sehen, sich auf den Boden
ihrer Gemächer, mit dem Munde gegen denselben gerichtet,
niederzulegen.
, Diese gedoppelte Rüge ist im Ganzen gegründet und ge-
recht, und aus diesem Gesichtspunkte genommen ist es auch
dankenswerth, sie ösfentlich zur Sprache gebracht zu sehen;
nicht so gerecht aber ist die Schlußfolgerung des Reisenden,
wenn er aus derselben, und zwar aus dem leßtzteren und wiche
tigeren, eine Beschuldigung gegen denjenigen Oberbeamten her-
nimmt, welcher das Ploener Schloß bewohnt, und dessen
Oberaufsicht das Gefängniß unterworfen ict. '
: Was nämlich zuvörderst jenen Kloak belangt, so kann
selbiger gewiß schon an sich Niemanden mehr beschwerlich fal:
len, als gerade den Bewohnern des Schlosses selbst, und es
würde folglich durchaus unbegreiflich seyn, warum nicht, bel
ganz harmonirendem Inceresse der Schloßbewohner und des
ganzen übrigen Publikums, vorlängst dem Uebel abgeholfen
worden seyn möge, wenn dieses nur soust an sich nicht un-
thunlich wäre. Unthunlich ist und bleibt es aber, .so lange
nicht entweder die ältern Wasserleitungen des Schlosses wieder
hergestellt, oder vielleicht auch andere an deren Stelle angelegt
werden; diese wichtige und kostspielige Arbeit ist auch schon
längst Allerhöchsten Ortes in Vorschlag gebracht worden, und
es leidet keinen Zweifel, daß wir sie durch die Freigebigkeic
der Regierung baldmöglichst auf die eine oder andere Art in's
Werk gesetzt sehen werden.
,. Anders dürfte es sich indessen verhalten mit der von dent
Reisenden gerügten, nicht nur sehr fehlerhaften, sondern wirk:
lich grausamen Einrichtung des Ploencr Amtsgefängnissses,
Vollkommen uichtig sagt er nämlich, daß je schutz- und. trost:
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