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Nun vergleiche man mit dieser wörtlichen Abschrift der
beiden Paragraphen die Version , die der Anonymus davon
liefert: Der Zweck der Gessellschaft, sagt er, und
zwar ihr einziger Zweck ist, besonders durch
VBorschüsse, durch Belohnungen, durch Herbei-
schaffung des zur Anwendung und Ausführung
der Verbesserungen in allen Zweigen des ganzen
Staatshaushalts Bedürftigen, diese befördern zu
helfen oder dadurch Leben und Lust dafür zu
erwecken.
Wahrscheinlich Hat er sich vergriffen und das Statuten-
buch, Gott weiß, welcher projectirten und verunglückten Get
sellschaft mit dem der patriotischen verwechselt, aber er ist sei-
ner Sache so gewiß, daß er sogar. genau angiebt, durch
welche Ueberzeugung bei unsexer Gessellschaft der
vorgesetzte Zweck, der gar nicht der ihrige ist, das Ziel
ihres Strebens geworden seyn soll.
Nein wahrlich! den an Jahren und Erfahrung reifen
Männern, die unsere Statuten entwarfen, konnte es nimmer
einfallen, einer Gesellschaft, die nur einige hundert Thaler
jährlich zu verwenden hat, die Bestimmung zu geben, durch
Vorschüsse zu Verbesserungen in allen Zweigen des ganzen
Staatshaushalts beizutragen. Die Mittel, auf die sie zue
nächst rechneten und rechnen mußten, waren der gute Wille
und die Thätigkeit der Mitglieder selbst. Die geringen Bei-
kräge, die sie ihnen zumutheten, sollten hauptsächlich dazu die-
nen, die Correspondenz zwischen ihnen und die Mittheilungen
an das größere Publicum zu erleichtern. Nicht, wie der Ano-
nymus angiebt . durch Vorsschüsse, die in den Statuten so
wenig ausdrücklich ausgeschlossen als ausdrücklich erwähnt sind,
sondern durch Bekanntmachung anwendbarer Vorschläge, aus-
gezeichneter Unternehmungen und gelungener Versuche, durch
Verbreitung lehrreicher Schriften, durch Preisaufgaben und
Prämien wollten sie Gemeinnütziges zu bewirken suchen,
Hierdurch wird freilich unmittelbar nichts hervorgebracht,
und es fehlt nicht an Solchen, die deswegen unserer
Gesellschaft allen patriotischen Nutzen absprechen möchten,
Practisch ist bei ihnen nicht bloß der Gegensatz gegen theo-
retisch, sondern es schließt fast alles Geistige aus; sie sehen
in dem Tempelbau nur die geschäftigen Hände, die ihn auf-
gerichtet, und die Thaler, die diese in Bewegung gefetzt ha-
ben, und vergessen darüber die fromme Begeisterung des Stifts
ters, den schasfenden und ordnenden Geist, der den Plan ent-
worfen und die Ausführung geleitet hat.

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