ward die bisherige Conventualin, Fräulein von Qualen
aus dem Hause Binnebeck, wieder zur Aebteßin gewählt.
© Unter den merkwürdigen Männern, die in diesem Jahre
aus dem Leben abgerufen wurden, darf die Chronik des Sän-
gers des Messias nicht unerwähnt lassen. Friedrich Gott-
lieb Kloppstock starb am 14ten März in Hamburg, und
ward am 22sten auf dem Kirchhofe des Dorfes Ottensen,
zur Seite seiner mehr als 30 Jahre ihm im Tode voran-
gegangenen Gattin, unter der damals gepflanzten, nun zum
hohen, schönen Baum herangewachsenen Linde, mit einer
Feierlichkeit beerdigt, welche die dem gefeierten Dichter ges
weihte allgemeine Achtung bezeugte.
Von Hamburg traf der Leichenzug von mehr als hun-
dert Kutschen, in denen sich verschiedene der dort residirenden
Minister, mehrere Mitglieder des Senats, der Geistlichkeit
und andere angesehene Personen befanden, in Altona ein;
hier hatten sich die Mitglieder des Museums, des Gymna-
siums und mehrere ausgezeichnete Einwohner in einem nahe
am Thore belegenen Hause versammelt, und bildeten bei
Ankunft des Leichenconducts den Vorderzug desselben, wel-
cher durch zwei Marschälle eröffnet ward, während 4 Cha-
peaux d'honneur den Leichenzug umgaben. So ging der
Zug durch Altona nach Ottensen, wo die Leiche in der Kirche
vor dem Altar niedergesetzt wurde, und ein Chor von mehr
Is 80 Sängerinnen einige Stellen aus des Dichters Vater-
nser und andere Strophen von ihm und einiges aus Mo-
zarts Requiem absangen, worauf der Sarg zu seiner Ruhe-
stätte gebracht ward.
Ein schöner, heiterer Himmel begünstigte diese wahr-
afte Nationaltodtenfeier,

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