Full text: (Zweiter Band)

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S) daß den Friedensbedingungen zufolge Harald fich zum 
Christenthum bekannte. 
Dagegen widersprechen sich die beiderseitigen Berichte, 
oder scheinen sich zu widersprechen: 
1) In Ansehung der von Otto unternommenen Cxpedition 
selbst; 
2) in Ansehung des Ausfalls der Schlacht bei Schleswig; 
3) in Ansehung der gemachten Friedensbedingungen und 
deren Erfolgs. 
Bedenkt man aber, daß beide Geschichtschreiber von fal- 
schem Patriotismus nicht frei waren,. und jeder von ihnen 
die Ausdrücke geflissentlich so zu wählen suchte, daß das Re- 
sultat des Berichts zur (vermeintlichen) Ehre der Nation, 
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der er angehörte, ausfallen mußte, so ist es wol nicht un- 
möglich, den Widerspruch zu heben. 
Adam, der hier sicher älteren Schriftstellern oder Sagen 
folgte, stellt die Expedition Ottos als eine Eroberung Jüt- 
lands dar. Ein Land oder eine Provinz kann aber nur als- 
dann für erobert oder gewonnen geachtet werden, wenn es 
dem eindringenden Feinde gelingt, sich in demselben festzu- 
setzen und gegen seinen vormaligen Besitzer zu behaupten. 
Das vermogte aber Otto nicht. Er hatte das ganze Land 
durchsireift, aber nicht erobert. Nach Adams eigener Schil. 
derung von Jütland, die er ein Jahrhundert später entwarf, 
war zu Ottos Zeiten an eine eigentliche Eroberung Jütlands 
gar nicht zu denken. Denn, noch zu der Zeit , da Adam 
dieses Land bereisete und beschrieb, war dessen Oberfläche mit 
einem dichten Walde bedeckt, und nur da, wo Ströme aus- 
flosen oder Buchten eindrangen, gab es Weiler und Dörfer. 
Wie war ein solches Land zu erobern? Elin auswärtiger 
Feind konnte dasselbe wol durchstreifen, aber nicht in Beit;
	        
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