Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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und nach. demselben Maaße wie die Grund- und Benußungs- 
steuer repartirt, ungeachtet, wie wir in der Folge Gelegenheit 
haben werden zu bemerken, bei der zu diesen Zwecken gesche- 
henen Abschätzung des Landes, wozu besondere, mit einer 
Instruction von der Rentekammer versehene Commissionen er- 
nannt wurden, manche Mißgriffe geschehen waren. 
Daß die Verordnung wegen Einführung dieser Steuer 
in den Herzogthümern mehr als zwei Monate später wie die 
für Dännemark erschien, dazu ist wohl die Veranlassung in 
dem Umstande zu suchen, daß es der deutschen Kanzelei er- 
laubt worden war, den Entwurf der Verordnung für die 
Herzogthümer zuvor der fortwährenden Deputation von Prä- 
laten und Ritterschaft zu ihrer Erklärung mitzutheilen, um, 
falls in localer Hinsicht bei Anwendung derselben auf die Klö= 
ster und adelichen Güter eine nützliche Abänderung oder Modis 
fication in dem einen oder dem andern Punkte vorgeschlagen 
werden sollte, davon annoch vor Emanirung der Verordnung 
Gebrauch machen zu können. Die Deputation ging äber 
hierauf nicht ein, sondern bemühte sich zu zeigen, daß die 
nach der Verordnung beabsichtigte Abschätzung nach Tonnen- 
zahl eine Verletzung ihrer Gerechtsame enthalte. Prälaten 
und Ritterschaft waren daher erbötig, verhältnißmäßig ihren 
Antheil zu den neuen Staatsausgaben nach Pflugzahl zu 
entrichten. Nachdem ihre Gründe und Behauptungen von 
der deutschen Kanzelei und der Rentekammer dem Könige 
vorgetragen waren, erfolgte die allerhöchste Resolution, daß 
ihre Einwendungen für ungegründet zu halten, und die be- 
absichtigte Verordnung auch bei den Klöstern und adelichen 
Gütern in Anwendung zu bringen sey *). 
*) Prälaten, Ritterschaft und Gutsbesißer im Herzogthum Holstein
	        

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