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von Ewald ernannt, welcher sein Quartier in einem unfern
des Millernthores belegenen Wirthshause nahm. Unmittelbar
nach vollzogener Besetzung ward der Capitain von Leschly
als Courier nach Kopenhagen abgefertigt, um dorthin die
Nachricht davon zu bringen; er war dort Augenzeuge der
Schla:ht vom 2ten April und wohl der Einzige, der den beis
den militairischen Ereignisse an den zwei Endpunkten des
dânischen Staates beigewohnt hatte.
Der Prinz Carl nahm sein Hauptquartier zuerst auf
dem Schulterblatte, verlegte es aber am dritten Tage nach
dem Hamburgerberge. Mittlerweile waren die Truppen,
welche sich während der Besetzung noch auf dem Marsche
befanden, unter den Befehlen des Prinzen Friedrich zu Hes-
sen auch herangekommen, und nun wurden auch das Steins
und Deichthor besetzt.
Obgleich das erbitterte Volk fich einige laute Aeußeruns
Hen des Unwillens hin und wieder erlaubt hatte, so war doch
die Ruhe nicht im mindesten gestört worden, noch irgend ein
grober Exceß begangen. Die Truppen betrugen sich in ihren
Quartieren bescheiden und friedlich, und bei der anbefohlenen
strengen Mannszucht ward auch einer jeden gegründeten Bes
schwerde sogleich abgeholfen; im Ganzen herrschte zwischen
den Einquartirten und ihren Wirthen ein gutes Verständniß,
Doch war es in ciner besetzten, so bevölkerten Stadt, die
einen: so zahlreichen Pöbel in ihren Mauern hat, der Ord-
nung gemäß, daß vor den Wachen spanische Reuter aufge-
stelt, auch ein Cavallerie- Piquet von 40 Mann auf dem
Hamburgerberge nahe vor dem Millernthor postirt ward.
Der Unterhalt der Truppen mußte von der Stadt über«
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nommen werden; die Offiziere erhielten statt der Natural-
verpflegung Diäten, welche nach ihrem Range verschieden

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