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Berlin die Nachricht ein, preußische Truppen würden das
Gebiet der Stadt besetzen; indessen meldete der hamburgische
Resident unterm 6ten März, daß die angedrohte Besetzung
noch nicht nahe zu seyn schiene. Die dänische Regierung
aber, gegen welche England wirklich feindselige Maaßregeln
verfügt hatte, und die sich mit noch stärkeren bedroht sah,
glaubte nicht säumen zu müssen, durch Besetzung dieser be-
deutenden Handelsstadt ihrem Feinde einen empfindlichen
Nachtheil zuzufügen.
Kaum war daher der Prinz Carl zu Hessen am 27sten
März im Hauptquartiere zu Itzehoe angekommen, als noch
am selbigen Abend allen in dortiger Gegend cantonnirenden
Truppen der Befehl ertheilt ward, sogleich nach Pinneberg
vorzurücken. Die Regimenter, welche von Schleswig, Rends-
burg und andern Orten her auf dem Marssche waren, erhiel-
ten unterweges Ordre, in möglichster Eile heranzurücken.
Nachdem am 28ssten März der Feldmarschall mit der
Avantgarde in Pinneberg eingetroffen war, ward dem ham-
burgischen Senate, man sagt durch den Landdrosten zu Pin-
neberg, ganz kurz angezeigt, daß am folgenden Morgen der
Prinz mit seinen Truppen vor der Stadt erscheinen, dieselbe
auffordern lassen und im Fall man sich weigere, die Thore
zu öffnen, sogleich Gewalt gebrauchen werde. Sogleich wurde
nun eine Deputation des Senats, um gegen die beabsichtigte
Besetzung Vorstelungen zu machen, nach dem Hauptquartier
des Prinzen gesandt, wohin sich auch der preußische Gesandte
von Schulz begab; doch gelang es nicht, das heränziehende
Ungewitter zu beschwören, denn der Prinz wiederholte .die
dem Senate bereits gegebene "Erklärung, und überreichte den
Deputirten ein Manifest, worin Däânnemarks Absicht, Ham-
burg zu besetzen, erklärt ward, und die Ursachen, welche diese

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