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Religionsbegriffen angemessene, neue Kirchenagende für
die Herzogthümer, war von dem Generalsuperintendenten
Adler in Schleswig entworfen, von dem Holsteinischen Ge-
neralsuperintendenten Callisen geprüft und hatte im Jahre
4796 die Allerhöchste Genehmigung erhalten. Bei Einfüh-
rung derselben verfuhr die Regierung behutsam und milde,
sie gebot nicht die Annahme der neuen Agende, sondern
empfahl den Predigern die Einführung derselben ohne Auf-
sehen, ohne öffentliche Anpreisung von der Kanzel, auch
wenn es nicht auf einmal geschehen könne, nach und nach
zu bewerkstelligen; dabei blieb es den einzelnen Mitgliedern
der Gemeinden größtentheils überlassen, sich dieser Agende
oder des älteren Rituats bei Taufen, Copulationen tc. zu
bedienen. Dennoch fehlte es dabei nicht an Unzufriedenheit,
die sich durch mehrere Schriften darüber, (unter denen vors
züglich das, noch neuerdings in Anrege gekommene, Schrei-
ben eines Holsteinischen Kirchspielvogts genannt zu
werden verdient) und, theils öffentlich aufgeregt, theils heim-
lich angehetzt, hin und wieder durch ärgerliche Auftritte ver-
offenbarte. Als diese fortdauerten und die neue Agende als
ein neuer Glaube versschrieen ward, der den Umsturz des al-
ten rechtgläubigen Christenthums beabsichtige, da erklärte ein,
im Anfange des Jahres 1798 erlassenes Patent, daß es kei-
nesweges die Königliche Absicht sey, zuzugeben, daß eine
andere Religionslehre ausgebreitet werde, als das aus den
biblischen Schriften geschöpfte wahre Christenthum, auch daß
den Gewissen der Unterthanen kein Zwang auferlegt werden
sollte. Es ward nun den Gemeinden anheim gestellt, durch
Stimmenmehrheit der Hausväter zu entscheiden, ob sie sich
der neuen Agende bedienen oder die Beibehaltung der älte-
ren vorziehen wollten; bei Verschiedenheit der Meinungen

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