Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

L 
376 
. 
anlaßte ein unerhörtes, mit dem wahren Werthe der Grund- 
stücke und jeder, auch der kühnsten, Berechnung über ihren 
möglichen Ertrag, außer allem Verhältnisse stehenden Stei- 
gen der Preise adelicher Güter, die während dieser Schwin- 
delperiode schnell aus einer Hand in die andere gingen, 
meistens noch mit Gewinn für den letzten Verkäufer. Daß 
die Güter unter diesen Umständen sich an innerem Werthe 
nicht verbesserten, daß jedér Käufer nur eiligst, durch mög- 
lichst hohe, augenblickliche Benutzung, ohne Rücksicht auf die 
Zukunft, zum öfteren durch Wegschlagung und Verschleude- 
rung des vorhandenen Holzes, sich so viel thunlich zu decken 
suchte, läßt sich leicht denken, so wie es einleuchtend ist, daß, 
wie wir auch späterhin sehen werden, ein solcher Stand des 
Güterhandels weder dauernd, noch für den wahren Wohls-- 
stand des Landes von heilsamen Folgen seyn konnte. 
ttf 
Wohl war es bei dieser Lage der Dinge eine weise 
Maaßregel, daß die Regierung zur Aufrechthaltung des Cre- 
dits bereits im Jahre 1796 die Eröffnung eines Schuld- 
und Pfandprotocolles für die den Landgerichten unmittelbar 
unterworfenen Güter und Besitzthümer anordnete, solche auch 
vier Jahre später für die unter der Glückstädtischen Regierungs- 
fanzelei und die damit verbundenen Gerichten sortirenden 
(Kanzelei-) Güter befahl und den Besitzern derselben die 
Benutzung dieser Wohlthat landesvâterlich anbot. Bei 
weitem nicht alle Gutsbesitzer jedoch, machten hievon Ge- 
brauch und wir werden itt der Folge sehen, wie es mehr 
als des bloßen Anerbietens von Seiten der Regierung be- 
um diese wohlthätige Einrichtung allgemein zu 
durfte , 
e den 446 adelichen Gütern des Herzogthums 
Schleswig befanden sich 30 und von den 133 Holsteinischen
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.