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Frieden, wohl mußte er aus seiner Königsstadt fliehen; aber
er sahe nicht ihr Unglück, und bald wurde er vor jeder Noth, vor
allen Leiden seines Volkes in der ewigen, stillen Ruhe bewahrt.
Wohl lösete sich seine Kraft nicht unter uns, wohl fand seine
Leiche nicht gleich in unserer Nähe ihre bleibende Stätte, aber
nun ist sie zu denen seiner Väter versammelt. In dem Tems
pel, dem herrlichsten Werk, welches Dännemarks Grenzen ein-
schließen, welches Keiner betritt, ohne daß sein Herz zum Ewi-
gen erhoben wird, dessen Namens Ehre hier wohnet, ohne daß
in seinem Innersten die Lobgesänge wiederhallen, welche Jahr-
hunderte hindurch von einem Geschlechte nach dem andern in den
lichten Hallen ertönten; in dem Tempel, den keiner vom Volke
betritt, ohne daß die heiligsten Erinnerungen der gesunkenen
Zeiten, die Schatten der hingegangenen Herrlichen vor ihm
schweben; da ruhen nun auch deine Gebeine, o König; da ruhen
auch deine Väter in ihrer langen Reihe, und unter ihnen so viele
heldenmüthige, versuchte, treue, rechtschaffene , gottesfürchtige
Könige, und unter ihnen Keiner, der nicht sein Volk mit väter-
licher Zärtlichkeit liebte. Ruhe da, o König, bei ihnen es ist
keiner in deinem ganzen zahlreichen Volke, der dir nicht eine
sanfte Ruhe gönnte, keiner, der zu deinem Sarge tritt, ohne dank-
bar der Jahre zu gedenken; und so lange die Geschichte redet,
wird dein Name eine von Dännemarks glücklichsten Zeiten be-
zeichnen. Du bist versammelt zu deinen Vätern in den ewigen
Wohnungen; aber dort im Tempel schlummern deine irdischen
Ueberreste bei den ihrigen, ihrer letzten Vollendung entgegen.
Denn einmal erschallet der mächtige Ruf, dem alle Gräber sich
öffnen, auch in euer friedliches Haus, wenn er vor des Herrn
gerechtes, aber auch barmherziges Gericht, sowohl die Könige,
als die Knechte fordert. Herr lehre uns unsre Tage zählen, daß
wir Weisheit bekommen im Herzen. Amen.

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