Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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Giebt er aber einem etwas, so kann jedes andere Kind vers 
langen, daß er ihm eben so viel gebe. Dies darf er denn 
auch von den Kindeskindern, wenn das Kind gestorben ist, 
nicht wieder zurückfordern. Herr Professor Falck widerlegt 
hier in seiner Ausgabe sehr richtig Anchers Meinung, nach 
welcher der Vater wohl von dem Kinde, nicht aber von 
den Kindeskindern, das Gegebene zurückfordern könne !), 
Denn die natürlichste Erklärung der Stelle ist folgende. 
Man könnte vielleicht denken, daß der Großvater, wenn das 
Kind gestorben wäre, das diesem Gegebene vom Enkel wies 
der zu fordern befugt sey, aber auch diesem muß er es lassen 
(um so viel mehr also dem Kinde). Daß also die Begriffe 
des peculium prokeclitium hier gar nicht passen, ergiebt 
sich deutlich hieraus. Es fragt sich aber, was unter dem 
Etwas, noket, welches der Vater giebt, zu verstehen sey ? 
Aus folgenden Gründen wird hervorgehen, daß hier Land 
gemeint sey. Im folgenden Kapitel 15 wird bestimmt, daß 
die Tochler, welche von dem Vater einen Brautschätz, und 
der Sohn, der bei seiner Heirath eine Beihülfe bekommen 
hat, dieses nach des Vaters Tode behalten dürften, wenn sie 
damit zufrieden seyn und auf ihr Erbtheil, d. h. von den 
berger: der Vater mag nicht, und doch wird in 8. 2 voraus- 
gesetzt, daß er es darf; das wäre ja ungereimt. Das alte 
thark hat aber nicht die Bedeutung des jetzigen tör. Auch der 
Bischof Knud. sagt : nihil cportet. E. Krabbe in seiner hoch- 
deutschen Erklärungt ist ni < t schu ldi g. In Anchers Aus- 
gabe ist jedoch die lateinische Ueberseßung unrichtig nikhi1 dare 
potest. Die neueren dänischen Texte, die Eckenberger wohl vor- 
züglich zum Grunde legt, haben „ma a’ aber dies heißt nicht 
allein mag, sondern auch muß; also der Vater muß nicht- 
ist nicht schuldig u. s. w. 
1) Siehe Ting - Forklgringer I. c. 13. S. 265.
	        

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