Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Zweiter Band)

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genblick anstehen würden, diese Steuer beyzubehalten. Aber 
insofern wir die Nothwendigkeit und Rechtmäßigkeit dieser 
Steuer anerkennen, fragen wir zugleich, welches Recht hatte 
die Ritterschaft, sich ihr zu entziehen? und worin beruht 
die auf dem Landtage 1661 ausgesprochene Ueberzeugung, 
„/daß die Stempelpapierverordnung sie nicht angehe ? +) Die 
Mitglieder der Ritterschaft müssen die Antwort hierguf schul- 
dig bleiben, denn weder Naturrecht noch geschriebenes Ge- 
sel) hat in unserm Vaterlande die Staatslasten den Nicht- 
adelichen allein aufgebürdet. Wäre aber der Vortheil hie- 
von bloßer Gewinn der Ritterschaft ohne Nachtheil der 
nichtadelichen Landeseinwohner, so möchte es. als Misgunst 
ausgelegt werden, wenn ihre Concurrenz zu dieser Abgabe 
verlangt wird; aber dies ist augenscheinlich nicht der Fall, 
da größere Concurrenz zu den Staatslasten diese verringert. 
Desha]b gereicht es auch den damaligen ritterschaftlichen Lan- 
desständen zum Tadel, daß sie vor allen Dingen. ihre Exem- 
tion von der Stempelpapierabgabe zu bewirken suchten und 
sogar endlich nur diese allein zu bewirken strebten.. Es. war 
unstreitig Schwäche der damaligen Landesregierung und lag 
zum Theil in politischen Verhältnissen, diesen widerrechtli- 
Prätensionen des Adels nachzugeben, um nur ungehindert 
die Steuerlast, wenn sie gleich eben dadurch schwerer wurde, 
ihren nichtadelichen Unterthanen auflegen zu können. Dage- 
gen müssen wir, obgleich wir fortwährend den Untergang 
unserer alten Verfassjung betrauern, und hoffnungsvoll der 
uns zugesicherten ständischen Verfassung und mit. ihr der 
*) Ohne Zweifel darin, daß die Stempelabgabe nur durch eine 
einseitige und nicht durch eine gemeinschaftliche Verordnung 
eingeführt war. 
J.
	        

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