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mit jenen Ehegatten Verträge eingegangen wären, weil sie
unter diesen Umständen besondere Sicherheit hätten. Aber
warum sollten sie denn. nicht auch ein erworbenes Recht z.
B.,, auf Prozeßformen des früheren Wohnorts. der Ehegatten
haben, die für sie vortheilhafter seyn würden? Dies wird
Keiner behaupten, und folgerecht kann es. sich mit dem Gü-
terrecht nicht anders. verhalten. Die Gläubiger als solche
haben ja kein dingliches Recht an den Gütern des Schuld-
ners, und es ist nicht einzusehen, wie sie, wenn sie dieses
nicht haben, ihr vermeintliches Recht auf die früheren Gütex-
verhältnisse geltend. machen wollen. . Ihre Forderung geht
gegen die Person des Schuldners, diese steht als Subject
von Rechten unter den Gesetzen des Wohnorts, und. diese
allein können daher bestimmen, auf welche Art Rechte, also
namentlich Vermögensrechte, als mit ihr verbunden angesehen
werden. Auch können sich ja die Gläubiger dadurch schützen,
daß sie vor dem Wegzuge der Ehegatten ihre Forderungen
an dem Orte einklagen, wo. das für sie vortheilhafte eheliche
Güterverhältniß herrscht, so wie dadurch, daß sie z. B. im
Vertrage sich ausbedingen, daß, wo auch auf Erfüllung des
Vertrags geklagt werden würde, sowohl der. Mann als die
Frau mit ihrem Vermögen haften sollten. . Vielleicht hat zur
Entstehung jener irrigen Meinung viel beigetragen, daß man,
weil ein Ehe. Vertrag gesschlossen wird, auch die Güter-
gemeinschaft als ein Vertrggsverhältniß angesehen hat. Aber,
wie schon oben angeführt worden ist, entsteht Gütergemein-
schaft ipso iure, .und es: ist ganz ohne. Grund, einen still=
schweigenden Vertrag der Eheleute anzunehmen; dessen bedarf
ein allgemeines Gesetz nie zu seiner Gültigkeit 1 ), . Man
1) Vergl. Hasse g. a. O. S. 79.
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