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manden verbunden seyn kann, überginge, daran dachte man
gewiß nicht. Als ganz allgemein geltend kann man ansehen,
daß die Kinder, also die nächsten Blutsverwandten, nach Auf-
lösung der Ehe mehr oder weniger erben. Nur in wenigen
Statuten kommt die Ausnahme vor, daß der überlebende
Ehegatte die entfernteren Blutsverwandten des Verstorbenen
ganz ausschließt.. Eine Untersuchung über den Grund dieser
Abweichung von der Regel müßte sehr interessant seyn.
Aus allen diesen Gründen muß ich mich gegen Herrn
Nrofessor Hasse's Annahme einer juristischen Person erklären.
weil sie nicht folgerecht durchgeführt werden kann. Nach
meiner Meinung muß die Gütergemeinschaft für sich als
eigenthümliches Rechlsverhältniß dastehen, welches aber frei-
lich manche Aehnlichkeiten mit einer juristischen Person hat,
die im Anfange dieses §. gezeigt worden ist.
Der genannte Verfasser will auch, daß ein eigener Gat-
tungsbegriff, Gütergemeinsscha ft, angenommen werde,
von der dann die eheliche und s. g. fortgesetzte Gütergemein-
schaft Arten wären. Da aber letztere, wie ich unten im be-
sonderen Theile, wo das Verhältniß der Kinder abgehandelt
wird, zu zeigen hoffe, keine wahre Gütergemeinschaft ist, und
sie keine Selbsiständigkeit hat, sondern immer durch eine früs
here eheliche Gütergemeinschaft bedingt ist, so möchte ich lie-
ber eh eliche Gütergemeinschaft als Hauptbegriff auf-
stellen; denn dies Verhältniß entsteht qußer der Ehe nie
ipso iure, und nur gleichsam als Anhang besteht ein ähn-
liches Verhältniß nach Auflösung der Ehe zwischen dem
nachlebenden Ehegatten und den Kindern, oder zwischen den
Kindern allein.

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