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Hasse's Ansicht, für die Zukunft ‘von weiteren Ansprüchen
der Gläübiger frei seyn müßte. Der genannte Verfasser
fucht (S. 174) dadurch seine Ansicht von diesen und ähn-
lichen Gegenbeweisen aus positiven Rechten zu retten, daß
er die entgegengesetten Bestimmungen als Besonderheiten
einzelner Gesetze erklärt, woraus denn folgen würde, daß
seine Ansicht als Regel für die Gesetze gelten müßte, welche
sich nicht ausdrücklich hierüber erklären. Doch dies möchte
wohl schwerlich zugegeben werden können. Es ist ja uralter
Grundsatz bei allen Völkern und auch bei den Germanen,
daß der Schuldner persönlich hafte, und unseren Vorfahren
würde wenig damit gedient gewesen seyn, wenn der Ehe-
mann für die in der Ehe gemachten Schulden eine solche
Gedankenperson, als welche ihnen gewiß die angenommene
juristische Person erschienen wäre, statt seiner hâtte unter-
schieben können.
Die Praxis, welche. ja doch noch immer das lebende
Recht des Volks ist, und die gegen Herrn Professor Hasse
spricht, müßte denn jetzt auch härter geworden seyn, als die
frühere war. Dies ist aber gegen alle Analogie und innere
Wahrscheinlichkeit; im Gegentheil,. sie ist milder und mensch-
licher geworden, daß sie den Gläubigern sich nur an die
Güter des Schuldners, nicht an den Leib desselben, zu hal-
ten verstattet,
Die Frau freilich, die andere physische Petson dieser s.
g. juristischen haftet wohl in der Regel nicht persönlich,
wenn sie sich nicht besonders dazu verpflichtet hat, sondern
sie kann durch Aufgebung der Rechte an der Gütergemein-
schaft sich für die Zukunft vor den Gläubigern sicherstellen;
so im Lübschen Recht durch das Borgen (Bergen) und

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