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also nicht auf dem Manne und der Frau als einzelnen Pero
sonen, so daß diese vor den Gläubigern ganz gesichert wären,
wenn sie ihre Ansprüche auf die gemeinschaftlichen Güter aufs
gäben. Der genannte Verfasser führt eine Menge Beispiele
aus Statuten zur Begründung seiner Meinung an (S. 175
Not. 4); aber in diesen scheint mir nicht mehr zu liegen,
als daß zu erst und vorzugsweise das gemeinsschaftliche Gut
zur Tilgung der Schulden angewaudt werden soll. Auch
gelten nach den angeführten Statuten verschiedene Arten der
Gütergemeinschaft, und allerdings müssen verschiedene Grund-
sätze in Ansehung der Schulden bei der theilweisen und all-
gemeinen Gütergemeinschaft aufgestellt werden, wie unten im
§. 4 näher erörtert werden wird, und woraus sich erklärt,
daß bei der theilweisen Gütergemeinschaft manche Schulden
nur auf dem gemeinschaftlichen Gute haften.
Auch zeigt sich jene consequente Folgerung weder in der
jetzigen Praxis noch in der früheren, und daher ist die Richtigkeit
der Vordersätze zu bezweifeln. Die persönliche Verpflichtung
auch des in einer Ehe mit Gütergemeinschaft lebenden Man-
res ist überall anerkannt, und zeigt sich in unserem ganzen
jetzigen Concurs - Verfahren; der Mann wird durch Hingabe
der gemeinschaftlichen Güter nicht frei, sondern auf Alles,
was er künftig erwirbt, haben seine noch unbefriedigten
Gläubiger Ansprüche, und in der älteren Zeit (wo die mehr-
sten Statute, welche Gütergemeinschaft enthalten, entstanden
sind) konnte der Schuldner ja sogar zu Eigen gegeben wers
den. Dies gilt z. B. nach Lübschem Recht 1), wo, wenn
die Ehe beerbt ist, alle Güter gemeinschaftlich sind, und der
Mann durch Hingabe aller nothwendig, nach Herrn Professor
3) C. I. Tit. J, art. 1. Tit. 5. art. G. ?.

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